Sosas Schauköhlerei bekommt neuen Meiler

Frohe Kunde für Ausflügler: Nahe der Talsperre Sosa wird etwas für die Gastronomie getan. Um den potenziellen Pächter zu halten, will die Stadt das Projekt beschleunigen.

Eibenstock/Sosa.

Das Köhlerdorf Sosa bekommt einen neuen Meiler. In Anlehnung an die zu DDR-Zeiten legendäre Meiler-Gaststätte hat die Stadt Eibenstock dieses Projekt auf den Weg gebracht. Dabei handelt es sich um eine gastronomische Einrichtung, die auf dem Gelände der Erlebnisköhlerei im ehemaligen Steinbruch entstehen soll.

Bürgermeister Uwe Staab (CDU) spricht vom Projekt "Meiler 2". Der Originalmeiler ist heute in Privatbesitz, der Eigentümer schließt ei- ne gastronomische Nutzung aus. Durch die in den vergangenen drei Jahren erfolgte touristische Entwicklung an der Talsperre Sosa, verbunden mit dem Aufbau der Erlebnisköhlerei, ist aber der Bedarf nach gastronomischer Versorgung gestiegen. Auch eine öffentliche Toilette suchten die Ausflügler bis vor Kurzem vergeblich. Wenn die Tore zur Erlebnisköhlerei geöffnet sind, gibt es jetzt zumindest schon einmal öffentliche Toiletten und einen provisorischen Imbiss. Der städtische Bauhof hat für den Imbiss zwei Marktbuden aufgestellt. Betreiberin ist Mira Thiele, die die Wandergaststätte "Rote Grube" - ebenfalls in Sosa - nach 14 Jahren aufgibt. Sie will mit ihrem Mann und einem Mitarbeiter auch den neuen Meiler auf dem Gelände betreiben.

Während der Sitzung des Eibenstocker Stadtrates am Donnerstag wurde die Finanzierung des Projektes beschlossen. 65.000 Euro Kosten sind für den Neubau vorgesehen. Die Stadt spart dafür zwei andere geplante Investitionen im aktuellen Haushalt ein. Für diese sind derzeit laut Staab keine Fördermittel in Aussicht. Der Beschluss wurde vom Stadtrat einstimmig gefasst. Realisiert werden sollte das Projekt eigentlich erst 2021/2022. "Im Sinne der künftigen Betreiber wollen wir es jetzt aber zügiger umsetzen", so Staab. Sosas Ortsvorsteher Tobias Unger hofft, dass die Bauarbeiten bald beginnen, wenn die Ausschreibungen durch sind.

Der "Meiler 2" ist etwas kleiner als sein Vorbild, zehn Meter im Durchmesser und etwa acht Meter hoch. Er soll neben der jetzigen sogenannten Köhlerwache entstehen. Beide werden mit einem etwa fünf Meter langen Zwischenbau verbunden. Um die Baugenehmigung musste laut Uwe Staab lange gerungen werden. Es ging unter anderem darum, den vorgeschriebenen Abstand zum Wald einzuhalten. Betont wird sowohl vom Ortsvorsteher und als auch vom Bürgermeister, dass der neue Meiler in der Erlebnisköhlerei keine Gaststätte sein wird wie der alte, der an manchen Tagen bis zu 700 Gäste hatte. "Es entsteht ein Imbiss", so Unger.

Die Erlebnisköhlerei wird seit drei Jahren von der Stadt Eibenstock und vom Köhlerverein Erzgebirge aufgebaut. Geöffnet ist an Wochenenden und an Feiertagen.

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