Sozialministerin verspricht Bewegung

Barbara Klepsch kommt immer wieder gern ins Erzgebirge. Besonders, wenn sie gute Nachrichten im Gepäck hat.

Erlabrunn.

Sie hatte weder einen Scheck in der Tasche noch musste sie ein Band durchschneiden. Die Stippvisite von Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) in den Kliniken Erlabrunn am gestrigen Freitag war ein reiner Arbeitsbesuch, der mit einer kurzen Führung durch die Einrichtung begann.

Die beiden Geschäftsführerinnen der Kliniken, Constanze Fisch und Heidrun Ballmann, zeigten und erläuterten die Veränderungen, die sich seit dem letzten Besuch der Ministerin ergeben haben. Speziell im Bereich des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) ändert sich doch so einiges. Denn die medizinische Versorgung der Bewohner in der Region wäre ohne die MVZ bald nicht mehr möglich. Zahlreiche einst private Arztpraxen gehören mittlerweile unters Dach der Kliniken. "Die Ärzte, die keinen Nachfolger für ihre Praxis finden, rufen bei uns an, aus Sorge um ihre Patienten. Wenn sie aufhören, wollen sie ihre Patienten weiter gut betreut wissen", schildert Constanze Fisch.


Der Punkt ist: Es fehlen junge Ärzte, die auch dem Ruf aufs Land folgen. Zwar habe man in dieser Legislatur die Landarztquote nicht einführen können, bedauert die Ministerin, doch diese bleibt ihr festes Ziel. Dafür konnte Klepsch von zehn zusätzlich Medizinstudienplätzen berichten, die der Freistaat für 2019 an der Medizinischen Fakultät in Pécs (Ungarn) zur Verfügung stellt. 2020 weitere zehn, gekoppelt an die Verpflichtung dieser Medizinstudenten nach der Facharztausbildung dann auch im ländlichen Raum tätig zu sein. Zudem sprach Klepsch der geplanten "sektorenübergreifende Versorgung", die kommen müsse. Dahinter verbirgt sich, dass speziell im ländlichen Raum eine Öffnung der Kliniken für noch mehr ambulante Versorgungsangebote erfolge. "Da wird sich 'was bewegen", so Klepsch. Die Krux sei noch immer die bisher nicht geklärte Abrechnung solcher Behandlungsleistungen. Am Krankenhausplan werde derzeit nicht gerüttelt. Dieser sei auf dem derzeitigen Stand "eingefroren", und das Krankenhausgesetz werde in der neuen Legislatur überarbeitet.

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