Spezielle Staubsaugerbürsten halten 100.000 Volt stand

Das Bürstenfest in Stützengrün rückt stets einen borstigen Alltagshelfer in den Mittelpunkt. Die Vielfalt der Reiniger ist enorm.

Stützengrün.

Eigentlich sind Bürsten Alltagsgegenstände, die irgendwie selbstverständlich sind. Die Frage, wie sie hergestellt werden, interessiert da kaum. Doch am Wochenende hat genau diese Frage zahlreiche Besucher zum Bürstenfest nach Stützengrün gelockt.

Im Verlauf des Festes gewährte die im Ortsteil Neulehn ansässige Firma Hochmuth nämlich Zugang zu ihren Produktionsräumen. Dabei durften die Gäste nicht nur zuschauen, sondern kamen auch mit den Arbeitern an den Maschinen ins Gespräch. Der Chef der Firma, Ulrich Hochmuth, selbst demonstrierte die traditionelle Handarbeit und hob deren Bedeutung bis heute hervor. Zum Beispiel bei Sichterbürsten. Sie werden in Getreidemühlen verbaut und dienen dem Freihalten der Mehlsiebe. Einzeln werden mittels Drahtschlingen die Borstenbündel durch ein Loch im Bürstenkörper gezogen und verdrillt. "Dank dieser Herstellungsweise lassen sich verschlissene Borsten immer wieder austauschen," erklärte Hochmuth. "Bei maschineller Fertigung wäre das nicht möglich."


Im wörtlichen Sinn spannend ist der Einsatz einer besonderen, überdimensionalen Staubsaugerbürste: Sie dient zum Reinigen von Hochspannungsanlagen während des Betriebes, also im stromführenden Zustand. Aus Sicherheitsgründen dürfen diese Bürsten keinerlei Metall enthalten und werden in einstündiger Arbeit manuell mit Nylonfaden "gehäkelt". Erst nach aufwendigem Prüfprozess mit 100.000 Volt kommen diese 500 Euro teuren Spezialbürsten zum Einsatz.

Sehr gefragt war zur Präsentation in Stützengrün auch die Handwerkskunst von Stellmachermeister Hellfried Bäß aus Mühltroff im Vogtland. Er demonstrierte die Herstellung von diversen Werkzeugstielen, hatte aber auch Kuchenbretter, Nist- und Futterhäuschen im Angebot. "Ich verkaufe nur, was ich selber herstelle," berichtete Bäß. "Mir gefällt diese direkte Art des Handels." Der persönliche Kontakt zu seinen Kunden bei Schauvorführungen ist dem 77-Jährigen wichtig, der noch immer jedes Jahr etwa 3000 Stunden in seiner kleinen Werkstatt oder auf Märkten und Festen seinem Lehrberuf nachgeht.

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