Sportler sauer - aber Halle bleibt zu

Wegen Corona ruht in Bockau seit Wochen der Trainingsbetrieb. Das hat in der Ratssitzung nun Ärger ausgelöst.

Bockau.

Die Empörung unter den Gästen ist groß gewesen: Während der Gemeinderatssitzung in Bockau am Mittwochabend haben Sportler ihren Unmut deutlich kundgetan. Seit Wochen ruhe der Trainingsbetrieb. Während es andernorts wieder losgeht, bleibt die Bockauer Turnhalle mindestens bis zum 26. August geschlossen. Dann werden die Corona-Bestimmungen das nächste Mal aktualisiert, so Bürgermeister Siegfried Baumann (parteilos). "Bis dahin rührt sich nichts", betonte er - zum Leidwesen der Volleyballer des SV Bockau.

Nach deren Hygienekonzept würden maximal 15 Sportler, eher weniger, an den Einheiten teilnehmen. "Wir stellen Desinfektionsmittel, lüften und desinfizieren am Ende die Klinken. Zudem würden wir gleich umgezogen in die Halle kommen", so die Gäste. Damit blieben die Umkleiden unberührt. Es half alles nichts - das Konzept fiel laut Baumann beim Landratsamt durch. Jedoch ohne Angabe von Gründen. "Wir nehmen Rücksicht und wollen die Gemeinde nicht unnötig strapazieren. Aber es ist bitter, wenn es überall weitergeht, nur bei uns nicht", finden die Sportler. Längst sei der Nachwuchs abgewandert.

Was tun? Nach einigem Hin und Her schlug Ralf Bauer (CDU) vor, im Amt nachzuhaken, wo es im Konzept Lücken gibt. "Dann überlegen wir gemeinsam, ob und wie ein Trainingsbetrieb vielleicht doch umsetzbar ist." Baumann versprach, in der Behörde nachzufragen. "Dann wissen wir schon mehr, wenn die Bestimmungen aktualisiert werden." Ein Kompromiss, mit dem auch die Sportler leben können.

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