Vattenfall will am Rand des Wasserbeckens Sonne aufsaugen

Neue Wege zur Energiegewinnung - ein Thema dieser Zeit. Nachdem 2013 den Windrädern am Oberbecken in Markersbach eine Absage erteilt wurde, setzt der Energieversorger nun auf Photovoltaik. Ein spannungsgeladener Plan.

Markersbach.

Der Energiekonzern Vattenfall hegt neue Pläne für die Gewinnung alternativer Energie. Jetzt will man neben der Wasserkraft auch Sonnenenergie am Erzgebirgskamm einfangen. Zur jüngsten Gemeinderatsitzung hat Stefan Veltrup aus Berlin, der für Vattenfall derartige Solar-Projekte plant, das Vorhaben kurz vorgestellt.

Nachdem die Gemeinderäte von Raschau-Markersbach im Jahr 2013 die Pläne zum Aufbau großer Windräder am Oberbecken und somit die Nutzung von Windenergie buchstäblich vom Tisch gefegt hatten, setzt der Energieriese nun auf die Kraft der Sonne. "Vattenfall will in den nächsten Jahren rund fünf Millionen Euro in die erneuerbaren Energien investieren", erläutert Veltrup die Strategie für eine CO2-arme Energieerzeugung. Da biete sich der "Wannenrand" des Oberbeckens nahezu ideal an. Geplant ist ein Photovoltaik-Freiflächenpark. Die Planfläche betrage drei bis vier Hektar und werde in südöstlicher Richtung angelegt. Wobei nur etwa zwei Hektar Modulfläche vorgesehen sind.

Der Damm des Oberbeckens ist begrünt und hat eine Schutzfunktion. Diese werde durch die Anlage nicht ausgehebelt. Auch die Grünfläche unter den Modultischen, die auf 1,40 Meter Höhe über Grund geplant sind, soll erhalten bleiben. Deshalb werden die Wartungsgänge zwischen den Modultischen wesentlich breiter geplant, damit ein Teil der Sonnenstrahlen auch weiterhin den Boden berühren kann.

"Das Ideale ist, Vattenfall ist Eigentümer der Grundstücke, und die unmittelbare Nähe zum vorhandenen Kraftwerk macht die Einspeisung der gewonnenen Energie sehr leicht", nennt Veltrup den Vorteil. Der Anschluss über eine 10-kV-Leitung sei bereits vorhanden. Das biete optimale Voraussetzungen. Momentan geplant sei eine Anlage, die ein Leistungsvolumen von vier Megawatt habe. Bei etwa 970 Volllaststunden pro Jahr, so wurde vorab berechnet, könne man damit mehr als 1000 Haushalte versorgen. Allerdings seien die Berliner, die das Projekt im Auftrag von Vattenfall realisieren sollen, im Freistaat Sachsen auf die Besonderheit gestoßen, dass es für das Vorhaben nun doch eines Baugenehmigungsverfahrens bedarf. Das sei nicht überall so, betont Veltrup. Jedoch habe man bereits eine erste Stellungnahme des Landratsamtes in Händen, nach der es keinerlei Einwände gegen das Vorhaben gebe.

Die Nutzung der Sonne ist ein leises Geschäft. Es beeinträchtigt weder die Ortsansicht noch habe es negative Auswirkungen auf die touristische Nutzung der Kammlandschaft, denn von den Modulen geht oben am Erzgebirgskamm auch keine Blendwirkung auf Straßen aus. Und so stimmten die Räte dem Wunsch des Energieversorgers zu. Der will in mehreren Bauabschnitten die Anlage errichten. Wenn möglich, soll es 2019 losgehen.

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