Verein muss Hilfskonvoi verschieben

Die Corona-Pandemie hat mit ihren Auswirkungen auch das Erzgebirgische Hilfswerk Deutschland ausgebremst. Der nächste Einsatz an den Projekten in Rumänien muss warten.

Schwarzenberg.

Dank ihrem Dolmetscher Georg und seiner Frau Verci sind die Mitglieder des in Schwarzenberg ansässigen Erzgebirgischen Hilfswerks Deutschland (EHD) auf dem Laufenden, was die Lage in Rumänien betrifft. "Wir erhalten fast täglich Informationen", sagt EHD-Vorsitzender Eberhard Dürigen. "Eigentlich hatten wir ja für Anfang Mai den nächsten größeren Hilfseinsatz in Rumänien geplant. Doch Corona macht uns einen Strich durch die Rechnung: Der Frühjahrskonvoi muss verschoben werden."

Schon die Vorbereitungsfahrt Anfang März musste wegen Grenzschließungen kurzfristig abgesagt werden. "Geplant waren Absprachen mit den Behörden, da wir im Mai in der Kindereinrichtung in Dorohoi den Spielplatz für die größeren Kinder bauen wollten. Leider wird das nun erst einmal nicht möglich sein. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben", betont Dürigen.

Marilena in Dorohoi, die dank EHD mit ihrem neuen Korsett und Rollstuhl gut zurechtkommt, ist mit ihren Eltern in Quarantäne. Nur ihre im Gesundheitswesen in Suceava tätige Schwester arbeitet. "In dieser Kreisstadt wurde das Krankenhaus jetzt unter militärische Leitung gestellt. Viele Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger sind mit dem Coronavirus infiziert oder haben auch aus Protest wegen der katastrophalen Zustände die Krankenhäuser verlassen", gibt der EHD-Chef Schilderungen des Dolmetschers weiter. Es mangelt an Schutzkleidung und Mundschutz, und es gebe nur eine äußerst geringe Testkapazität.

Das Kloster Vorona, Stammunterkunft des Hilfswerker, wurde für die Öffentlichkeit geschlossen. Dass auch keine Gottesdienste stattfinden dürfen, trifft die gläubigen Rumänen hart. "Wir hoffen und beten für die Nonnen in dem Kloster, die mit uns gemeinsam viel Sozialarbeit und Hilfe ermöglichten", sagt Martina Dürigen. "Auch unsere Physiotherapie in Botosani musste schließen. Dort waren die technischen Überprüfungen der Geräte durch unseren Medizintechniker und der Austausch defekter Geräte geplant."

Den Kindern im "kleinen Waisenhaus" in Botosani geht es noch gut. Schulen und Kindergärten sind zu. Spiel- und Malsachen sowie viele Puzzle aus Deutschland verkürzen die Zeit. Aber es wird auch gemeinsam mit "Mama" gelernt. Dank vieler Spenden aus dem Erzgebirge konnte vor Beginn der Coronakrise noch die komplette Heizung in dem Haus erneuert werden.

"Auch wir hier zu Hause müssen die Vereinsarbeit vorerst einschränken und hoffen, dass wir alle gesund und im telefonischen Kontakt bleiben", erklärt Eberhard Dürigen. "Wir als Hilfswerker wollen ausdrücklich allen danken, die jetzt in unseren Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, im Handel, bei öffentlichen Versorgern und auch im privaten Bereich mehr tun als ihre Pflicht."


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