Vereinsfahne und Gedenktafel wieder im Licht der Öffentlichkeit

Von Einwohnern gesichert und nun auch zu sehen: Zwei Sachzeugen erinnern an Kapitel der Geschichte von Crandorf und Erla.

Erla-Crandorf.

Die Einweihung der Manfred-Blechschmidt-Stube im sanierten Herrenhof Erla ist für den Schwarzenberger Dietmar Korleck passender Anlass für eine Übergabe gewesen. Er überreichte dem Heimat- und Schulverein Erla-Crandorf eine Fahne des Königlich-Sächsischen Militär-Vereins Crandorf. Viele Jahre hatte der frühere Crandorfer die beim Entrümpeln eines Dachbodens im Dorf entdeckte Fahne aufbewahrt. Jetzt hielt Korleck die Zeit für gekommen, den uralten Sachzeugen an den Heimatverein und somit in öffentliche Hände zu geben.

"Darüber freuen wir uns sehr. Die Fahne mit der Jahreszahl 1896 ist ein interessantes Detail unserer Ortsgeschichte", sagt Vereinsvorsitzende Gisela Schmidt. Sie räumt ein, dass über jenen Verein heute kaum etwas bekannt sei. "Wir haben mit vielen Leuten gesprochen, in Nachschlagewerken gesucht, im Internet recherchiert", erklärt die Vereins-Chefin. Im Adressbuch 1926 der Amtshauptmannschaft ist in den Angaben zu Crandorf der Militär-Verein aufgeführt. "Eine ältere Dame soll noch eine von dem Verein gestiftete Tasse haben", nennt Schmidt eine der Spuren, denen nachgegangen wird. Eine weitere hat vielleicht der früher in Crandorf wirkende Lehrer Loßnitzer hinterlassen. Dessen heimatkundlichen Nachlass - darunter eine chronologische Kartei mit zahlreichen Daten und Fakten zum Geschehen im Ort - bewahrt der Heimat- und Schulverein. Diese Kartei müsste einmal durchsucht werden.

Wie und wo die alte Fahne präsentiert wird, ist laut Gisela Schmidt noch nicht entschieden. Der in Erla wohnende Volkskundler Götz Altmann, der die Fahne in den Händen hatte und "kleine Schadstellen im Randbereich" bemerkte, rät dazu, diesen Geschichtszeugen ins Depot des Schwarzenberger Museums zu geben: "Dort gibt es beste Bedingungen, auch zum sachgerechten Aufbewahren solch alter Textilien."

Was die im Auftrag der Stadt Schwarzenberg erfolgte Restaurierung eines weiteren Sachzeugen der Ortsgeschichte angeht, ist Altmann geteilter Meinung. "Dass die gerettete gusseiserne Erinnerungstafel der Bewohner von Erla zur Jubelfeier des sächsischen Königs 1818 nun auch wieder öffentlich zu sehen ist, begrüße ich. Den Standort am Parkplatz neben dem Herrenhof halte ich aber nicht für günstig, zumal ich der Stadt Vorschläge zu der Platte unterbreitet hatte", sagt der Volkskundler. Werde die Tafel wieder mal restauriert, sollte man sich an der Gussplatte orientieren, die im Herrenhaus des Herrenhofes an den Besuch eines Sachsenkönigs erinnert.

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