VORSICHT SATIRE: RÜCKBLICK AUF DIE WOCHE: Drechselspaß und schwere Füße

Das erzgebirgische Kunsthandwerk bietet Berufe mit Zukunft, die Ruhebanksbranche nur kurzzeitigen Kick.

Die Männelmacherei verzeichnet wieder Zulauf. Bei 19 jungen Leuten hat es sich in diesem Jahr herumgesprochen, dass man nicht gleich auf den Hund kommt, wenn man lernt, Männchen zu machen. Das erzgebirgische Kunsthandwerkertum darf sich auf neue Reifendreher, Pyramidenstapler und Schwibbogenbieger freuen, die nach erfolgreicher Ausbildung dem Weltkulturerbe den einen oder anderen Räuchermann hinzufügen.

In anderen Branchen ist es um den Nachwuchs mehr mau als wow bestellt. Horcht man sich um, was Schüler einmal werden wollen, lauten die Antworten nicht mehr As-tronaut, Fußballprofi und Irgendwas-mit-Medien, sondern Klima- aktivist, E-Sportler und Irgendwas-mit-ALG-II. Ein bisschen mag das daran liegen, dass viele Berufe schwer begreifbar sind und das nicht nur, weil man da auch freitags hinmuss.

Die 3-D-Profis von Diginetmedia wollen Schülern jetzt die Jobsuche mit virtueller Realität näherbringen. 3-D-Brille aufsetzen, Spaß haben. So eine Art heiteres Berufsberaten. Ist nichts dabei, war man wenigstens die ganze Zeit am Computer.

Derweil schlägt sich der Sachsenforst mit ganz anderen Nöten herum. Stellen die Förster Bänke in den Wald, sind diese tags darauf gestohlen. Bedenkt man, wie viele Betriebe Mitarbeiter suchen ohne welche zu finden, ist klar, dass es für Ruhemöbel einen Markt gibt. Der Forst will sich nun mit Betonfüßen behelfen. Ich sage mal so: Werden diese nicht für die Bänke, sondern für die Diebe bereitgestellt, bringt das vielleicht was. Schüler aufgemerkt: Auch Betonbauer ist ein Beruf mit Zukunft.

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