VORSICHT SATIRE: RÜCKBLICK AUF DIE WOCHE : Na, endlich: Die Fachkräfteschwemme ist da!

Nach Engpässen funzt es in den Königsdisziplinen wieder. Nur Zschorlau wartet noch auf einen Erlöser.

Es wird wieder besser. Nachdem es noch vor einigen Jahren einen Fachkräftemangel bei festiven Majestäten gegeben hat, konnten zuletzt die Thrönchen der Lauterer Vugelbeerkönigin und der Schlemaer Radonbrunnenmaid ohne nennenswerte Probleme besetzt werden. In Zschorlau geht man daher jetzt aufs Ganze und sucht den Superstar schlechthin - Jesus Christ.

Die Opulenz des dortigen Passionsspiels wird allenfalls von dem Originalstück aus Golgatha übertroffen, das aber seit rund 1985 Jahren nicht mehr gezeigt worden ist. In Zschorlau hingegen macht sich Jesus alle fünf Jahre auf den Kreuzweg, was erklärt, weshalb der Darsteller gewisse Verschleißerscheinungen aufweist und durch einen Jüngeren ersetzt werden soll.

Für die Aufführung im Jahre des Herrn 2020 sucht Zschorlau also einen Zimmermann. Auch Erfahrung als Möbelpacker sei hilfreich, heißt es. Ob der P(f)osten besetzt werden kann, muss sich erweisen, aber wie gesagt, es geht aufwärts mit den Fachkräften. Nachdem der Johannstädter Unternehmer Siegfried Ott gedroht hat, seine großkalibrigen Exulantenfiguren nach Böhmen abzuschieben, sollen sich Insassen des örtlichen Asylheims als Nachfolger beworben haben. Als Flüchtlingsdarsteller seien sie hochkompetent.

Der Schneeberger Kultwissenschaftler Günter Eckardt kündigte an, den Abriss der Rechenhausbrücke durch Selbstankettung zu verhindern. Er dürfte da zwar nicht länger herumhängen als ein kürzlich binnen Stunden entferntes Protestplakat, aber die Aktion macht ihn für den Job in Zschorlau interessant.

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