111.000 neue Bäumchen im Altkreis-Wald

Der Sachsenforst hat in den vergangenen Monaten viel in den Nachwuchs der hiesigen Wälder investiert. Vor allem wegen der Schäden des Sturms Fabienne.

Stollberg.

In den beiden Forstrevieren Stollberg und Zwönitz sind trotz Corona in den vergangenen Monaten mehr als 42 Hektar aufgeforstet worden - mit zusammen etwa 111.000 Pflanzungen. Hier ein Überblick über die beiden Reviere im Altkreis Stollberg:

Forstrevier Stollberg: Etwa 24 Hektar wurden aufgeforstet, das entspricht einer Fläche von etwa 18 Fußballfeldern. Laut Marion Uhlig, Sprecherin des Forstbezirks Chemnitz, ersetzen insgesamt 55.957 Pflanzen wie Bergahorn, Traubeneiche, Winterlinde, Roterle und Douglasie die dem Sturm Fabienne und dem Borkenkäfer zum Opfer gefallenden Fichtenbestände. Weitere 1300 Baum- und Straucharten, wie Ginko, Atlaszeder, Walnuss, Schneeball und Pfaffenhütchen erweiterten das Spektrum - besonders aus ökologischen Gründen - und sind laut Uhlig möglicherweise Arten, die den künftigen klimatischen Bedingungen besser standhalten und gleichzeitig die Palette der heimischen Bäume ergänzen könnten.

Forstrevier Zwönitz: Laut Revierförster Michael Melzer wurden hier mehr als 18 Hektar mit 55.000 neuen Pflanzungen versehen - unter anderen betrifft dies auch betreute Kommunalwälder wie etwa in Zwönitz, Thalheim oder Gornsdorf. "Wir haben uns auf Nassstandorte konzentriert, die nur schwer durchwurzelt werden können", so Melzer. An der Tornadofläche Brünlos wurden viel Moorbirken und Höhenkiefern gepflanzt, in Gornsdorf Roterlen und Weißtannen. "Wir haben zwei Firmen aus der Region engagiert, darunter eine aus Dorfchemnitz", so der Revierförster weiter.

Generell spricht der Forstbezirk von einem großen Kraftakt in der Region. Forstbezirksleiter Bernd Ranft: "Im vergangenen Jahr hatte der Forstbezirk Chemnitz, der unter anderem weite Teile des Erzgebirgsvorlandes umfasst, sachsenweit den höchsten Schadholzanfall und auch bei der Aufforstung verbuchen wir ein neues Rekordergebnis. Dabei kam uns der milde Winter entgegen, weil wir bereits im Februar mit der Pflanzung beginnen konnten und besonders mit der Unterstützung der forstlichen Dienstleistungsfirmen im April bereits alle Pflanzen im Boden sind." Gleichzeitig würden die Forstleute neben der Pflanzung auch auf die Selbstheilung der Natur setzen. "Überall dort, wo sich von Natur aus bereits genügend junge, geeignete Bäume einfinden, verzichten wir auf eine aktive Pflanzung und geben der Naturverjüngung den Vorrang", so Ranft weiter.

Der Forstbezirk Chemnitz erstreckt sich über weite Bereiche Mittelsachsens, Teile des Erzgebirgskreises und des Landkreises Zwickau. Im Zentrum liegt die Stadt Chemnitz, die die kommunalen Wälder in eigener Zuständigkeit verwaltet. Bedingt durch klimatische und natürliche Besonderheiten ist das Territorium des Forstbezirkes seit mehreren Jahren von massiven Waldschäden betroffen. Insgesamt umfasst der Forstbezirk 34.500 Hektar Waldfläche, davon 13.200 Hektar Staatswald. Im Forstbezirk gibt es mehr als 7000 private und kommunale Waldbesitzer, viele davon mit Kleinstflächen. Für diese Waldeigentümer bietet der Staatsbetrieb Sachsenforst eine umfangreiche Beratung und Betreuung an.

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