29 Jahre alt und Verantwortung für rund 60 Angestellte

Paul Schuschan wohnt in Stollberg. Doch in Penig hat er gerade erst eine Firma übernommen, die im Anlagenbau tätig ist. Wirtschaftlich will er in den nächsten Jahren noch viel höher hinaus.

Stollberg/Penig.

Paul Schuschan steht für das, was man eine reibungslose Regelung der Unternehmensnachfolge nennt. Denn der 29-Jährige aus Stollberg hat 100 Prozent der Anteile einer Firma in Penig übernommen und wirkt fortan als Gesellschafter und Geschäftsführer der Leuteritz Anlagenbau GmbH. Firmengründer Ullrich Leuteritz hat sein Aufbauwerk vollständig in jüngere Hände übergeben. Paul Schuschan ist seit Jahresanfang Eigentümer der Firma. Bereits seit Anfang 2017 bildet er mit Reiner Gerhardt die Geschäftsführung des Unternehmens, bei dem rund 60Mitarbeiter angestellt sind.

"Ich bin froh, dass ich ihn habe. Er kennt die Branche, die Region und die Kunden", sagt Schuschan. Er selbst stammt aus Lutherstadt Wittenberg, hat vier Jahre Medizin studiert, bevor er gemerkt habe, dass das doch nicht seine Richtung sei. Nachdem er dann wechselte und ein Studium für Wirtschaftsingenieurwesen in Leipzig abgeschlossen hat, arbeitete er als Projektingenieur bei der Deutschen Bahn.

Als er 2015 auf den Anlagenbauer Leuteritz aufmerksam wurde, war er sich sicher: "Das ist es." Was ihn daran reizt? "Es ist die Verantwortung. Bei großen Firmen müssen Kaskaden von Verwaltungspunkten abgearbeitet werden, bevor etwas passiert", sagt Schuschan, der jeden Tag von Stollberg nach Penig pendelt. Im Mittelstand sei vieles unkomplizierter: "Wir diskutieren, aber dann wird schnell entschieden. Und man spürt sehr zeitnah die Auswirkungen." Zudem müsse man flexibel sein, individuell auf Kundenwünsche eingehen. "Bei uns gibt es nichts aus der Schublade. Das unterscheidet uns von anderen", sagt der Firmeninhaber, der bereits den Firmennamen auf drei Buchstaben verkürzt hat. Die Abkürzung LAB soll künftig das Markenzeichen der Leuteritz Anlagenbau GmbH Penig sein. "Das ist prägnanter als der lange Firmenname", sagt Paul Schuschan.

LAB baut Industriehallen - von der großen Logistikhalle bis zum Carport. In Penig entstehen Metallzäune, Bühnen, Fluchttreppen, Einhausungen. Das Unternehmen baut komplette Ställe und Ausrüstungen für Landwirtschaftsbetriebe. Es entsteht Fördertechnik für die Milchviehfütterung und vieles mehr. "Wir sind als handwerklicher Dienstleister in Mittelasachsen, deutschlandweit und in unseren Nachbarländern aktiv", erklärt Schuschan.

Zwischen 6,5 und 7 Millionen Euro Umsatz erwirtschafte LAB pro Jahr. Rund 200.000 Euro habe das Unternehmen allein 2018 in Produktion und Verwaltung investiert. "Und wir haben modernisiert. Denn auch in einem Handwerksbetrieb, in dem geschweißt wird und Schmutz entsteht, muss es ordentlich und modern zugehen", beschreibt Schuschan seinen Anspruch. Seine Mitarbeiter sollen sich mit der Firma identifizieren. Eine Vision hat er auch: "2022 soll eine große neue Halle stehen." Dorthin wolle er die Bereiche konstruktiver Stahlbau, Hallenbau und die Verwaltung auslagern. Am Hauptsitz bleiben die Bereiche Fördertechnik und Landtechnik sowie die Schlosserarbeiten.

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