Am Wasserturm gesellen sich zu Mountainbikern die Grasskifahrer

Der Stollberger Skihang unweit des Pionierparks soll zunehmend auch abseits der Wintermonate genutzt werden. Nachdem sich unter den Fahrradfahrern schon ein kleiner fester Stamm entwickelt hat, nimmt der Skiverein nun die nächste sommertaugliche Sportart in den Blick.

Stollberg.

Christian Neumann hat einen Traum: Einen Skihang, auf dem das ganze Jahr über etwas los ist. Im Winter rauschen die Skifahrer die Abfahrt nahe des Pionierparks hinab, im Sommer sind es die Fahrradfahrer, die über kleine Schanzen und durch enge Kurven den Weg ins Tal bewältigen. "Wir wollen Leben auf der Anlage", sagt der Chef des Stollberger Skivereins "Am Wasserturm". Nun geht der Verein einen weiteren Schritt: Kommende Woche ist das Grasski-Team Erzgebirge mit mehr als zehn Fahrern, die zum Teil im Weltcup antreten, in Stollberg zu Gast. Sie werden zeigen, was man mit den Grasskiern, die übrigens mit ganz normalen Skistiefeln benutzt werden, auf einem Hang alles anstellen kann.

Schuld daran sind zwei Männer aus dem Stollberger Skiverein, die das Grasski-Fieber gepackt hat. Inzwischen hat der Verein auch Grasski angeschafft, die am Samstag ausprobiert werden können. "Unser Ziel ist es, dass häufiger und beständig hier auf dem Hang etwas los ist", so Neumann. Das gilt in erster Linie für die Crossfahrer. Seit auf Initiative des Stollberger Jugendkoordinators Andreas Kramer die Strecke mit Schanzen, Kickern und Rampen vor etwa einem Jahr flott gemacht wurde, finden sich etwa 40 begeisterte Mountainbiker mehr oder weniger regelmäßig auf dem Hang ein. "Wir wünschen uns aber, dass sich das mehr verselbstständigt. Dass die Fahrradfahrer Teil des Skivereins werden und sich selbstständig um den Liftbetrieb kümmern", sagt Kramer. Wenn die Fahrradfahrer als Abteilung im Skiverein eintreten, könnten sie auch Verantwortung für den Liftbetrieb mit übernehmen. So sei zum Beispiel der Erwerb von Lizenzen für Rennen leichter. Am oberen Ende des Hangs können sich die Mitstreiter des Skivereins vorstellen, eine Aufenthaltsmöglichkeit zu schaffen, von der aus zum Beispiel die Partner oder Kinder der Mountainbiker denen zuschauen können. "Wir wollen hier am Hang einen Treffpunkt schaffen, das gesellschaftliche Miteinander fördern", so Kramer. Wenn das gut anläuft, gibt es schon Ideen, Schulen zum Beispiel ein Ganztagesangebot zu unterbreiten.

Dass Grasski auf dem Hang am Wasserturm funktioniert, bestätigt Torsten Richter. Er trainiert das Team in Ehrenfriedersdorf und gönnt seinen Fahrern mit Stollberg "ein bisschen Abwechslung", wie er sagt. Denn: "Gerade das flache Stück unten eignet sich, um Schwünge und Beschleunigungen zu üben", so der Trainer. Sein Team beherrscht die Szene im Freistaat, eine Läuferin kommt jede Woche aus Nossen zum Training nach Ehrenfriedersdorf. Wenn der Verein am 14. September in Stollberg seine Clubmeisterschaft austrägt, ist das die inoffizielle Sachsenmeisterschaft. Das Fahren auf dem Grasski, bei dem ein Gurt über Rollen fährt, ist technisch anspruchsvoller als das Skifahren auf Schnee. "Man kann nicht rutschen, nicht driften. Bremsen geht nur über auslaufen lassen und zum Berg ziehen", so Richter. "Der Grasskifahrer ist eigentlich der bessere Skifahrer."

Das Event nächsten Samstag soll auch dazu dienen, die Nachfrage nach Grasski und Mountainbiken in Stollberg abzufragen und die beiden Sportarten näher zusammen zu bringen. Der Lift befördert Sportler beider Arten nach oben.

Am Winterbetrieb hält der Skiverein natürlich weiter fest. "In der letzten Saison war es oft kalt, aber zu wenig Schnee. Wir haben zum Teil für einen Tag Skifahren anderthalb Tage präpariert. Aber das war es uns Wert", berichtet Neumann von rund 20 Skitagen. Er betont, dass das kein Trend sein müsse: "Anfang der 1990er-Jahre hatten wir für einen Tag Stadtmeisterschaft sogar Schnee ranfahren müssen."

Das Event mit dem Grasski-Team Erzgebirge soll am kommenden Samstag, 14. September auf dem Stollberger Skihang über die Bühne gehen. Die Grasski-Fahrer werden gegen 10 Uhr mit ihren Rennen beginnen. Zum Probieren können sich Grasski vor Ort ausgeliehen werden. Auch einige Crossfahrer wie Trial-Profi Hannes Herrmann werden mit ihren Rädern auf der Anlage sein und zeigen, was sie können. Ende wird voraussichtlich gegen 15 Uhr sein. Wer zur Whatsapp-Gruppe der Mountainbiker gehören möchte, kann sich bei Andreas Kramer unter Ruf 01627945528 melden.

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