Badewetter: Wie die Gemeinden den Autoansturm bewältigen

Jede Kommune freut sich, wenn das Freibad sehr gut besucht wird. Doch vor dem Eingang droht das Park-Chaos - oder nicht?

Stollberg.

In der jüngsten Hitzephase ist manches Freibad der Region an seine Grenzen gestoßen. Wild parkende Fahrzeuge einiger Gäste stellten ein Problem dar, weil auch Rettungswege zugeparkt worden sind. Zum Wochenende ist wieder Freibadwetter angesagt. "Freie Presse" hat sich in der Region umgehört, wo und wie nachgebessert wurde.

Burkhardtsdorf: Im Freibad an der Canzlerstraße wird die Besucherzahl ab sofort auf 900 gedeckelt. Im nächsten Jahr soll das in der Satzung auch so festgelegt werden. Auslöser war das heiße Wochenende vor zwei Wochen, als mehr rund 1100 Besucher sich dort Abkühlung versprachen und im angrenzenden Wohngebiet für untragbare Parkverhältnisse sorgten. "Manche hatten sogar die Kreuzungen zugeparkt", sagt Fachbereichsleiter Jörg Spiller. Bürgermeister Thomas Probst sorgte sich zudem um die Zufahrtswege des Rettungsdienstes. "Wir haben die Polizei daraufhin gebeten, dort genauer hinzuschauen." Zudem seien entsprechende Aushänge im Bad aufgehängt worden. Seither, so Spiller, habe sich die Situation entspannt. "An dem einen Wochenende kam auch dazu, dass das Bad in Neukirchen noch nicht geöffnet hatte", sagt Spiller. Zusätzliche Parkverbotsschilder lehnt er hingegen ab. "Mit weniger Gästen regelt sich die Situation von selbst. Parkverbotsschilder belasten auch die Anwohner", ergänzt Spiller.


Gornsdorf: An einem besonders heißen Wochenende im Juni verzeichnete das Gornsdorfer Naturbad 1400 Gäste pro Tag. Da standen die Autos nahezu über den gesamten Badberg verteilt. "Ärgerlich ist es dann auch für die Anwohner, wenn sie nicht aus ihren Ausfahrten kommen", sagt Bürgermeisterin Andrea Arnold. Dabei steht am Naturbad bereits ein großer Parkplatz zur Verfügung. "Dort gegenüber am Zaun ist Parken aber nicht erlaubt. Da geben wir auch der Polizei schon mal Bescheid", so Arnold, die ansonsten aber an die Vernunft der Badegäste appelliert. Vor allem sollten bei Hitze keine Autos auf Feldern abgestellt werden, weil die Gefahr von Bränden zu groß sei.

Jahnsdorf: Jahnsdorf hat schon lange vor dem Bad Parkmöglichkeiten. "Wir haben dies aber im Zuge der Badsanierung neu geordnet. Heute passen etwa 100 Autos dorthin", so Bürgermeister Albrecht Spindler. Wenn sehr viele Gäste kommen, sei dies nicht ausreichend. Aber es gebe noch eine große Ausgleichswiese, die bis zu 200 weitere Autos fassen könne. Spindler: "Es gibt trotzdem ab und zu wilde Parker. Wir schildern aus, wo es verboten ist. Und kontrollieren auch." Beschwerden von Anwohnern gebe es manchmal.

Lugau: Auch die Parkkapazitäten am Lugauer Stadtbad reichen an heißen Tagen nicht aus, sagt Bürgermeister Thomas Weikert. Man führe Kontrollen durch und strafe Falschparker auch ab. Da die Straße Am Steegenwald aber parallel zur Straße Am Stadtbad verläuft, bestünden in jedem Falle Zufahrtsmöglichkeiten für Feuerwehr und Rettungsdienst. "Insofern kam es noch nicht zu größeren Problemsituationen."

Oelsnitz: Am Waldbad ist die Lage oftmals kritisch, weil vor allem alle direkt am Bad parken wollen. "Viele stellen die Feuerwehrzufahrt zu", so die Polizei. Ein jüngster Test mit der Feuerwehr habe dies gezeigt. Es gebe auch eine Ausweichfläche für Autos, aber die werde nicht so rege genutzt. Ein Grund: Bis zum Bad müssen die Gäste noch einmal ein Stück durch den Wald laufen.

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