Bebauungsplan erregt Gemüter weiter

Das geplante Wohngebiet Am Pfarrwaldblick in Lugau hat am Montagabend für eine Debatte gesorgt. Die meisten Gäste in der Ratssitzung waren dagegen - aber nicht alle.

Lugau.

Aufgewühlte Stimmung am Montagabend im Lugauer Ratssaal. Gut 15 Bürger waren zur Sitzung des Stadtrates gekommen, weil das Wohngebiet Am Pfarrwaldblick auf der Tagesordnung stand. Konkret ging es darum, dass die Räte die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanes beschließen sollten. Das taten sie denn auch, nachdem Sabine Erhard, Geschäftsführerin des Ingenieur- und Architekturbüros SCZ in den Vorentwurf eingearbeitete Änderungen vorgestellt hatte.

Vorangegangen waren Vorwürfe und Kritik an Bürgermeister Thomas Weikert (Linke), Rat und Verwaltung durch Vertreter der Lugauer Bürger, die von dem künftigen Wohngebiet betroffen sind, weil sie in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen. Insbesondere kritisierten sie, das neue Wohngebiet sei nicht zum Wohle der langjährigen Einwohner, weil die Verkehrs- und Lärmbelastung für sie zunehme. Zudem rechnen sie durch die Zufahrten von der Erlbacher und der Hohensteiner Straße beziehungsweise Am Pfarrgrund aus dort mit einer erhöhten Unfallgefahr. Das Argument des Bürgermeisters, es gebe in Lugau großen Bedarf an einem Wohngebiet mit Eigenheimen, den man bisher nicht abdecken könne, akzeptierten sie nicht. Man soll die Lückenbebauung im Zentrum vorantreiben, wurde stattdessen gefordert - worauf wiederum Planerin und Bürgermeister erklärten, dass Standortalternativen zwar gesucht, aber nicht gefunden wurden. Insbesondere was die Baulücken betreffe, so seien dies keine städtischen Flächen. Aus diesem Grund, so Weikert, sei man als Stadt sehr froh darüber gewesen, dass ein privater Eigentümer so ein Wohngebiet plane. Man sehe darin eine große Chance.

Er bot den Kritikern Gespräche an und auch, im Detail Einsicht in den Entwurf zu nehmen. Dabei können sie auch nochmals ihre Bedenken äußern, die dann wie auch die von Behörden oder Verbänden eingehenden Hinweise vom Rat einzeln beurteilt und abgewogen werden. Den Räten waren auch alle Hinweise zum Vorentwurf zugegangen.

Zu den wesentlichen Änderungen, die nach einer ersten Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange in den Vorentwurf eingearbeitet wurden, gehört laut Planerin Erhard die Art der Ausgleichsfläche. Ursprünglich sei eine Aufforstung vor dem naheliegenden Wald geplant gewesen, in Absprache mit dem Naturschutzbund Nabu werte man aber nun die Ackerfläche mit einer Extensivwiese auf, da dies Nahrung für die Waldvögel und Insekten biete. Wegen der Blendwirkung von Straßenlampen auf Tiere im Pfarrwald sollen nun blendfreie Platten-Lampen genutzt werden, die auch für Insekten besser seien.

Auch wenn es viel Gegenwind aus den Gästereihen gab: Mindestens ein Besucher warb für das Wohngebiet. Der junge Mann bat die Räte, dem Vorhaben zustimmen, weil er gern mit Frau und Kind in Lugau bleiben möchte. "Für uns als Familie wäre das Wohngebiet die optimale Lösung", sagte er.

Der Entwurf des Bebauungsplans liegt zwischen Anfang November und Anfang Dezember vier Wochen lang im Rathaus zur Einsichtnahme aus.

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