Bereitschaft zur Blutspende auch in Corona-Zeiten ungebrochen

Wer Blut spenden möchte, muss sich vorher anmelden. Vor allem Covid-19-Genesene können als Plasma-Spender einen großen Beitrag leisten.

Jahnsdorf/Leukersdorf.

Anderen Menschen helfen, das ist für viele der Hauptgrund, Blut zu spenden. Unter diesen stillen Helfern sind auch junge Leute wie Jasmin Böhm. Die 18-Jährige aus Leukersdorf ist im dritten Lehrjahr zur Gesundheits- und Krankenpflegerin und sagt: "Durch meine Ausbildung bekomme ich auch Einblicke in OP-Säle und da merkt man, wie wichtig das Blutspenden ist. Ich versuche auch, so viele wie möglich in meinem Freundeskreis zu animieren."

Die junge Frau ist in dieser Woche beim Spendetermin des DRK-Blutspendedienst Nord-Ost in der Sportgaststätte Leukersdorf gewesen. Dort hatte Florian Höver seine Blutspende-Premiere. "Es ist eine einfache Sache, mit der man etwas Gutes tun kann. Und es ist auch für einen selbst gut, weil sich das Blut erneuert", meinte der 19-Jährige aus Stollberg. Für Manuela Heinrich gehört Blutspenden dazu. Die 57-Jährige aus Hohenstein-Ernstthal hatte ihre 82. Spende abgegeben. Die Physiotherapeutin: "Ich gehe schon seit Jahren zum Blutspenden nach Leukersdorf. Das gehört einfach dazu."

Anja Werth-Orgis, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit am Institut für Transfusionsmedizin Chemnitz (ITM) weiß: "Die Spender im Erzgebirge sind sehr treue Spender. Die Bereitschaft ist nach wie vor da und stagniert nicht durch die Corona-Pandemie, weil die ehrenamtlichen Mitarbeiter die Termine mit Herzblut betreuen und sich die Spender gut aufgehoben fühlen."

Im Erzgebirgskreis werden pro Jahr rund 30.000 Blutkonserven entnommen. Auf die Stollberger Region entfallen davon zwischen 6500 und 7000 Konserven. Damit in den Spendelokalen alles gut funktioniert, gibt es Helfer wie Christine Böhm, die seit 30 Jahren beim Blutspendedienst ist: "Normalerweise bin ich für die Verpflegung zuständig und weil das jetzt nicht so ist, helfe ich am Einlass beim Bestimmen der Temperatur." Warum sich Christine Böhm engagiert? "Ich mache das aus Überzeugung. Selbst habe ich viele Jahre gespendet. In Leukersdorf haben wir zum Großteil Stammspender und das auch jetzt zu Corona-Zeiten, wo wir anfänglich gedacht haben, dass wir einbrechen."

Im Durchschnitt sind 60 Spender in Leukersdorf dabei, wie Teamleiterin Christiane Wohlgemuth erklärt. Die 50-Jährige, die selbst Plasma spendet, sagt: "Das Blutspenden ist sehr wichtig, weil viele Menschen darauf angewiesen sind und das Blut überlebenswichtig sein kann. Gerade jetzt in der Zeit sprechen wir Spender an, die eine Covid-19-Infektion überstanden haben, ob sie Plasma spenden würden." Der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost sucht dringend solche Menschen als Plasmaspender, denn Blutplasma von Covid-19-Genesenen kann akut erkrankten Covid-19-Patienten bei schwerem Verlauf helfen, da in der Regel Antikörper gegen das Corona-Virus entwickelt werden, die im Blutplasma zu finden sind. Wie es heißt, können sogenannte neutralisierende Antikörper in den meisten Fällen vor einer erneuten Infektion schützen und Menschen helfen, die aktuell unter einer Sars-CoV-2-Infektion leiden und lebensbedrohlich erkrankt sind. Als Spender kommen Menschen in Betracht, die eine nachgewiesene Infektion überstanden haben und seit mindestens vier Wochen symptomfrei sind.

In der aktuellen Situation sei es wichtig, so das DRK, dass Blutspender das Terminreservierungssystem nutzen und sich darüber im Vorfeld anmelden. Nur so könne man die gesetzlichen Bestimmungen zu den Abstandsregelungen einhalten, und man vermeidet lange Warteschlangen. "Wir sind über jeden dankbar, der zum Blutspenden kommt und wir schicken nach Möglichkeit auch niemanden weg, der sich spontan entscheidet, Blut zu spenden", so Anja Werth-Orgis. Sie ergänzt: "Das Termin-Reservierungssystem wäre auch ohne Corona eingeführt worden."

Das Reservierungssystem ist online zu finden unter https://terminreservierung.blutspende-nordost.de. Die kostenfreie Blutspende-Hotline steht ebenfalls zur Verfügung unter: 0800-1194911.

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