Bergbaumuseum: Eintritt nur für Schüler mit Museumspass

Während des Umbaus sind die Pforten in Oelsnitz für die Öffentlichkeit geschlossen. Das gilt aber nicht für einige Fünft- und Sechstklässler der Turley-Oberschule. Was hat es damit auf sich?

Oelsnitz.

Die sogenannte Plobnerstrecke ist stockdunkel. "Dürfen wir ohne Licht durchgehen?", fragt die vielstimmige Kindergruppe. So kurz vor den Ferien erlaubt Jenny Johne das. Aufgeregt verschwinden die diesmal sieben Teilnehmer der Bergbau-AG der Turley-Oberschule in dem Streckennachbau. Es ist nur noch aufgeregtes Getuschel und Gekicher zu hören. "Klingt alles noch ganz positiv", befindet die Museumspädagogin Jenny Johne. Dann hallt erleichtertes Gelächter, vermischt mit freudigem Gebrabbel, aus der Dunkelheit. Die Kinder sind unversehrt am Ziel angekommen und das Licht wird angeschaltet.

"Das Anschauungsbergwerk übt großen Reiz auf die Kinder aus. Durch die Schließung konnten wir es immer nutzen", sagt Johne, die gemeinsam mit Marion Dittmann das Projekt "Museumspass - Fit fürs Museum" leitet. Es ist Teil des pädagogischen Angebots des Bergbaumuseums, das trotz langer Schließzeit weitergeführt wird (siehe Infokiste). Somit haben die Schüler der Turley-Oberschule das freigeräumte Museum zurzeit praktisch für sich allein, wenn sie sich alle zwei Wochen im Rahmen des Ganztagsangebotes zur AG treffen. Dittmann und Johne bringen den Fünft- und Sechstklässler anhand der fünf Sinne die Welt der Bergleute näher. Jeweils vier Treffen sind pro Themenkomplex vorgesehen. Die Kinder lernte typische Gerüche eines Bergwerks kennen und was diese mit der Sicherheit der Bergleute zu tun haben. Die Rolle des Lichtes unter Tage ist ebenso thematisiert worden, wie die der Geräusche. "Wir haben den Kindern erklärt, dass Bergleute den Streckenausbau mit Holz bevorzugt haben, weil Holz knackt, wenn der Berg nachgibt", erklärt Johne. Bei dem Ganztagsangebot geht es allerdings nicht nur um Wissensvermittlung. "Wir basteln auch. Vor Weihnachten haben wir beispielsweise Scherenschnitte angefertigt", sagt Johne. Die Schüler, die regelmäßig teilnehmen, bekommen pro Themengebiet einen Stempel im Museumspass, der absichtlich einem Reisepass ähnelt.


Die Schüler von der benachbarten Oberschule kommen augenscheinlich gerne ins Museum. "Wir gehen hier in Bereiche, in die sonst keiner gehen darf", erklärt Klara-Sophie, die den Turm als ihren Lieblingsort im Museum ausgemacht hat. "Von dort kann man bis Niederwürschnitz und noch viel weiter schauen", erklärt sie.

Als letztes Themengebiet stand "Fühlen" auf dem Programm. Jenny Johne hatte sich dazu ein Quiz ausgedacht, bei dem die Kinder das Gewicht von bergmännischen Gegenständen schätzen mussten. Etwa beim "Alten Mann", einem großen Stück Holz. "Ist ungefähr so schwer wie ich", schätzte ein Mädchen. "Aber wie schwer bin ich eigentlich?" Definitiv deutlich schwerer, denn das Stück Holz wiegt exakt vier Kilo und 28 Gramm.

Mit dem Museumspass muss die Zeit der Schüler im Bergbaumuseum nicht beendet sein. Die Museumspädagogen laden jeden ein, Mitglied im Kinderclub zu werden. Aus dieser Gruppe rekrutieren sich die Kinderführer für die Rundgänge.


Neue Ausschreibungen starten voraussichtlich im August

Das Bergbaumuseum soll saniert werden und eine neue Dauerausstellung bekommen. Dafür steht ein Budget von mehr als 17 Millionen Euro zur Verfügung. Bis vorerst April 2020 ist das Museum daher geschlossen.

Noch wird nicht gebaut, weil die Ausschreibung des Rohbauloses zu keinem akzeptablen Ergebnis geführt hat. Zurzeit werden daher die Leistungsverzeichnisse für eine neue Ausschreibung vereinfacht und inhaltlich optimiert. "Wir wollen mit den neuen Ausschreibungen noch im Sommer - voraussichtlich Ende August - starten. Insgesamt werden wir mehr Leistungsverzeichnisse zur Ausschreibung bringen, damit Firmen weniger Nachunternehmer suchen und binden müssen", heißt es aus dem Landratsamt.

Vorbereitende Arbeiten sind ab Herbst dieses Jahres geplant. Dazu zählen die Stilllegung von Heizung und Elektrik, sowie die Abbrucharbeiten im ersten Bauabschnitt. Sobald es die Witterung im Frühjahr 2020 zulässt, soll mit den Erd- und Gründungsarbeiten für die neue Eingangshalle begonnen werden.

Museumsmitarbeiter haben derweil daran gearbeitet, ein aufgrund der Bausituation erforderliches neues Konzept für die Landesausstellung 2020 mit Inhalten zu füllen. Parallel müssen aber auch weitere Arbeiten für die neue Dauerausstellung erfolgen, wie Leihanfragen sowie Recherche- und Forschungsarbeiten, um die geplante Wiedereröffnung des Bergbaumuseums spätestens 2023 nicht zu gefährden.

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