CDU-Fraktionschef scheitert bei Stellvertreter-Wahl

Die neue Amtsperiode des Stollberger Stadtrats beginnt direkt mit einem Paukenschlag: Raphael Jenatschke erhielt nicht genug Stimmen, um Vize-Bürgermeister zu werden.

Stollberg.

Raphael Jenatschke ist seinen Posten als 2. stellvertretender Bürgermeister los. Auf den CDU-Fraktionschef entfielen am Montag in eigener Abwesenheit bei der geheimen Wahl lediglich neun Stimmen. Zehn Stimmzettel waren ungültig und Jenatschke damit nicht gewählt. Als Hauptamtsleiterin Kersti Kägebein das Ergebnis verkündete, herrschte Stille im Saal.

Vor den Wahlgängen hatte Eckhard Zimmermann (FWU) eine geheime Wahl beantragt. Er begründete dies damit, dass bei seiner Wahl zum Friedensrichter auch so verfahren worden sei und man dann auch wisse, wer hinter einem stehe. Genau das weiß bei einer geheimen Wahl allerdings niemand, da jeder für sich verdeckt abstimmt und eben nicht offen sichtbar per Handzeichen. Dass nun ausgerechnet zehn Stimmzettel ungültig waren, also genau die Anzahl an Stimmen, die der FWU am Montag zur Verfügung standen, lässt Raum für Interpretationen. Schließlich hatte Raphael Jenatschke zuletzt häufiger Oberbürgermeister Marcel Schmidt öffentlich kritisiert. Dieser wiederum war auf der FWU-Liste zur Kommunalwahl angetreten.


Eine zweite Person hatte zunächst nicht für den zweiten Stellvertreter-Posten zur Wahl gestellt. Dabei hatte Oberbürgermeister Marcel Schmidt vor den Wahlgängen mehrfach bei den Linken und der AfD nachgefragt, ob sie eigene Kandidaten für einen oder beide Stellvertreterposten benennen wollten. Die AfD hielt zwar offen sichtbar eine kurze Rücksprache, blieb dann aber ebenso stumm wie die Fraktion der Linken.

Zur 1. stellvertretenden Bürgermeisterin wurde in Abwesenheit Franziska Gall aus den Reihen der FWU einstimmig mit 19 Stimmen gewählt. Beim neuen Wahlgang zum zweiten Stellvertreterposten ist Gunter Weißbach (CDU) vorgeschlagen worden. Der Personalvorschlag kam allerdings nicht aus den Reihen der CDU, sondern von FWU- -Fraktionschef Ralf Köhler. Der stellte sich nach kurzer Rücksprache zur Wahl und ist mit 18 Stimmen gewählt worden.


Erwarteter Mandatsverzicht

Oberbürgermeister Marcel Schmidt hat erwartungsgemäß sein bei der Stadtratswahl für die FWU gewonnenes Ratsmandat nicht angenommen. Die 2652 Stimmen bleiben bei der FWU. Das von Marcel Schmidt nicht angetretene Mandat fällt nun dem Karroseriebaumeister Ronny Bochmann zu. Er hatte bei der Stadtratswahl 164 Stimmen auf sich vereinigen können und rangierte damit an zwölfter Stelle innerhalb der Freien Wählerunion. (bjost)

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