Emotionale Schau erinnert an den Künstler Klaus Hirsch

Mehr als 80 Besucher sind am Freitagabend zur Eröffnung der Ausstellung ins Oelsnitzer Hartmann-Haus gekommen. Unter ihnen war auch Ole Hirsch, der einen Ausblick gibt, der aufhorchen lässt.

Oelsnitz.

So viel Aufsehen um seine Person hätte den zurückhaltenden und bescheidenen Klaus Hirsch zweifellos in Verlegenheit gebracht. Mehr als 80 Besucher haben am Freitagabend die Eröffnung der Ausstellung "Hommage à Klaus Hirsch" im Heinrich-Hartmann-Haus erlebt, darunter Angehörige, Freunde und Weggefährten des 2018 verstorbenen Lugauer Malers und Grafikers.

Der besondere Charme dieser Ausstellung besteht in der Kombination: Neben einer Auswahl ausdrucksstarker Werke von Klaus Hirsch wird die Grafikmappe "Für Klaus Hirsch" gezeigt, an welcher sich Freunde und Künstlerkollegen beteiligt haben. Eine Serie von Fotografien sorgt zudem dafür, dass Hirsch in dieser Ausstellung als Künstler, aber eben auch als Mensch allgegenwärtig ist. "Klaus Hirsch war nicht nur ein Kollege, er war ein Freund. Als ich von der geplanten Grafikmappe erfahren habe, war meine Beteiligung einfach ein Muss," bekennt Siegfried Otto-Hüttengrund aus Hermsdorf.

Dieses Bedürfnis, Klaus Hirsch noch einmal eine Ehre zu erweisen, hat es dem Initiator der Mappe leicht gemacht: "Es war spannend für mich, wie viele Künstler sich für die Mappe gemeldet haben. Im Nachhinein muss ich sagen: Ich hätte auch 30 Mappen machen können", so Jörg Seifert. Tatsächlich sind es 20 Stück geworden. Eine davon hat die Stadt Lugau erworben. Bürgermeister Thomas Weikert sucht dafür nun eine passende Ausstellungsfläche. "So eine schöne lange Wand wie hier, wo alle Arbeiten gezeigt werden können, wäre sehr schön."

Geprägt ist die Mappe von einer sonst nicht üblichen Bandbreite, welche Profis und Hobbykünstler vereint. "Das ist ungewöhnlich, aber es ist genau so, wie ich Klaus kenne. Es ist gut gewesen, diese Mappe herauszubringen", so der Chemnitzer Künstler Georg Felsmann, der freilich auch bedauert, nicht dabei zu sein. "Ich hätte mich sehr gern daran beteiligt." Damit steht er nicht allein. Viele Freunde Hirschs hatten einfach zu spät von Seiferts Vorhaben erfahren. Vertreten in der Mappe sind unter anderem Dagmar Ranft-Schinke, Rainer Maria Schubert (beide Chemnitz), Peter Geist (Göpfersdorf) und Steffen Vollmer (Chemnitz). Ilona Lomatzsch aus Gersdorf hat die Radierung "Über den Dächern III" beigesteuert, und sie empfindet: "Die Grafikmappe ist sehr schön geworden. Es sind viele Techniken und interessante Texte enthalten."

Unter den Besuchern waren auch Hirschs Tochter Ute und sein Sohn Ole, die sich über die Ehrung ihres Vaters und über das große Interesse freuten. "Er hat ja keine Modekunst gemacht", beschreibt Ole Hirsch die von tiefer Menschlichkeit geprägten, facettenreichen Arbeiten seines Vaters treffend. Und unter dem Vorbehalt, es sei "noch nicht spruchreif", gibt er einen Ausblick, der aufhorchen lässt: "Wir können uns durchaus vorstellen, einen Großteil des Nachlasses der Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst als Dauerleihgabe zu überlassen." Es wäre ein Gewinn für diese Sammlung, welche schon jetzt große Bedeutung hat. Und es wäre wohl auch im Sinne der Familie. Ole Hirsch: "Das Schlechteste wäre, dass die Sachen im Schrank bleiben und keiner sie sieht. Solche Arbeiten sind dazu da, dass man sie zeigt."

Die Ausstellung "Hommage à Klaus Hirsch" ist bis zum 22. März im Heinrich-Hartmann-Haus zu sehen. Geöffnet ist donnerstags von 9 bis 17 Uhr, sowie freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr. Eine Öffentliche Führung gibt es am 2. Februar ab 16 Uhr. Am 8. März, 16 Uhr ist eine Lesung mit Daniel Arnold geplant.

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