Erhöhte Pauschale fürs Tierheim zeigt spürbar Wirkung

Die planbare Einnahme hat es dem Tierschutzverein möglich gemacht, Mitarbeiter fest einzustellen. Ein positives Fazit zieht die Tierheimchefin auch, was die Unterstützung durch junge Leute betrifft.

Stollberg.

Im Gegensatz zum Jahr 2018, als Sturmtief Fabienne für große Verwüstungen im Tierheim-Areal sorgte, ist der Stollberger Tierschutzverein im zu Ende gegangenen Jahr von negativen Ereignissen verschont geblieben - auch wenn die Folgen des Sturms noch nicht komplett beseitigt sind. Aber nicht nur aus diesem Grund blickt Vereinschefin Susann Scheibner auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Dank der Erhöhung der Pauschale durch etliche Kommunen ist es nämlich möglich geworden, drei feste Mitarbeiter zu beschäftigen - eine Vollzeitkraft und zwei Mitarbeiter zu je 30 Wochenstunden. Die Kommunen des Altkreises Stollberg hatten vereinbart, ab 2019 als Entschädigung von mindestens 80Cent pro Einwohner dafür zu zahlen, dass der Tierschutzverein die Betreuung ihrer Fundtiere übernimmt. Bislang waren die Pauschalen uneinheitlich, manche zahlten nur 30 Cent. Ab diesem Jahr, so sieht es die Vereinbarung vor, wird 1 Euro pro Kopf gezahlt. Die feste, einplanbare Einnahme sei sehr wichtig für die Arbeit des Tierschutzvereins, so Scheibner.

Neben den fest angestellten Mitarbeitern tun drei Kräfte auf 450-Euro-Basis ihren Dienst im Tierheim, das Arbeitsamt fördert eine weitere Maßnahme, zwei junge Leute leisten derzeit ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Tierschutzverein und die Stadt Stollberg finanziert drei Bundesfreiwilligendienstler, zählt Scheibner auf. Hinzu komme "noch sehr viel Ehrenamt bei der Tierversorgung und auch auf den Baustellen".

Eine dieser Baustellen ist das Fliesen der Zimmer für die Hundesenioren, was komplett in Eigenleistung erfolgt. Das Fliesen der Hundequarantäne-Räume hingegen werde zu 90 Prozent vom Freistaat gefördert. In gleicher Höhe bezuschusst wurde die Erneuerung des undichten Daches vom sogenannten Eigenheim, in dem Hunde und Katzen untergebracht sind, sowie der Bau der vom Sturm Fabienne zerstörten Hundezwingeranlage. Auch der damals in Mitleidenschaft gezogene Zaun konnte erneuert werden. "Aufgrund der großen Spendenbereitschaft konnten wir ihn komplett bauen, also auch die Teile, die zwar marode, aber nicht vom Sturm beschädigt waren", sagt Scheibner. Insgesamt habe man 2019 rund 150.000Euro verbaut, sagt Scheibner.

Einer zweckgebundenen großzügigen Spende verdanke das Tierheim auch die Anschaffung dreier Waschmaschinen. Von Spendengeldern habe man unter anderem die Versicherungen, das Heizöl, den Strom und Futter bezahlen können, auch die Eigenanteile von geförderten Baumaßnahmen. "Wie wir das alles ohne Spenden finanzieren sollen, können wir uns nicht vorstellen", sagt Scheibner. Man sei darum über jeden auch kleinen Betrag sehr froh. Auch Sachspenden seien 2019 wieder in großen Mengen geleistet worden. "Wir planen in diesem Jahr, Pinnwände zu gestalten, auf denen wir zeigen, wo beziehungsweise bei welchen Tieren die Sachen angekommen sind", sagt Scheibner. Eine solche Wand soll es auf jeden Fall im Tierheim geben, aber auch beispielsweise im Stollberger "Fressnapf", wo einer der Weihnachtswunschbäume des Tierheims stand.

Sehr gut findet Scheibner, dass jetzt sehr viele junge Leute im Tierheim aktiv sind. "Das hat die Koordination anfänglich etwas aufwendiger gemacht, aber wir sind sehr froh, dass diese Hilfsbereitschaft da ist." Auch dass zwei Schulen das Geld aus ihrer "Genialsozial"-Aktion gespendet haben - vom Stollberger Gymnasium kamen 1656 Euro und von der Neukirchner Oberschule 1226 Euro - hebt Scheibner hervor. "Das Stollberger Gymnasium hat auch angefragt, wie sie uns weiter unterstützen können. Wahrscheinlich wird es einen Arbeitseinsatz geben."

Vorhaben für dieses Jahr? Es gebe noch viele Zimmer, die gefliest werden müssen, sagt Scheibner. Auch das Dach des Hunde- und Quarantäne-Hauses müsste erneuert werden. "Das geht aber definitiv nur mit einer Förderung."

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