Feuerwehr Niederwürschnitz löscht mit modernstem Gerät

Das neue Löschfahrzeug eröffnet den Einsatzkräften ganz neue Möglichkeiten. "Freie Presse" hat sie sich erklären lassen.

Niederwürschnitz.

Die Gemeinde Niederwürschnitz stellt ein neues Feuerwehrfahrzeug in Dienst. Das Löschgruppenfahrzeug LF 10 wird künftig als sogenanntes Erstangriffsfahrzeug eingesetzt und bietet neun Einsatzkräften Platz. Rund 335.000 Euro kostet das 290 PS starke Gefährt mit MAN-Fahrgestell und Rosenbauer-Aufbau. Knapp 205.000 Euro davon finanziert die Gemeinde selbst, der Rest sind Fördermittel vom Freistaat und Landkreis. Im Gegensatz zum Vorgängerfahrzeug LF 16 TS verfügt das LF 10 über einen Wasservorrat von 2000 Litern. Allein neun Ausbildungsdienste hat die Feuerwehr Niederwürschnitz darauf verwendet, die Einsatzkräfte mit dem Fahrzeug vertraut zu machen. "Rund zwei Monate benötigen wir dazu", sagt Gerätewart Sascha Siebert. Teil der Einweisungen sind auch Übungsfahrten. Erst nach Abschluss der Einweisungen kann das Fahrzeug auch Einsätze fahren. "Die Gemeinde tut einiges, um das Feuerwehrwesen mit modernen Fahrzeugen aufrecht zu erhalten", sagt Wehrleiter André Schnerrer. "Es klemmt leider bei Freiwilligen, die sich in der Feuerwehr engagieren", beklagt der Wehrleiter und hofft, dass das moderne Gerät die Wehr für den einen oder die andere interessant macht. "Freie Presse" erklärt die Ausrüstung des neuen Feuerwehrautos (analog der blauen Punkte).

1 Schnellangriffseinrichtung: 50 Meter Schlauch sind aufgerollt und direkt mit dem 2000 Liter fassenden Wassertank des Fahrzeuges verbunden. Die Anlage kann mit zwei Knopfdrücken einsatzbereit gemacht werden.

2 Feuerlöscher: Diverse Feuerlöscher - beispielsweise mit Pulver oder Kohlendioxid - stehen zur Verfügung. Sie kommen bei Entstehungsbränden sowie bei Feuern in Schaltschränken oder Computeranlagen zum Einsatz.

3 Pumpenabgänge: Hier können Schläuche an die im Heck installierte Pumpe angeschlossen werden. Sie verfügt über eine Maximalleistung von 3500 Litern pro Minute. Eigentlich gehört eine leistungsschwächere Pumpe auf das Fahrzeug, doch der Anbieter hat die stärkere Ausführung ohne Aufpreis angeboten. Die Pumpenabgänge befinden sich an beiden Wagenseiten. Eingänge für die Wasserentnahme aus Löschteichen oder Hydranten befinden sich am Heck. Auch zur Ausrüstung gehört eine Tragkraftspritze "Fox 4" mit einer Leistung von 1500 Litern pro Minute. 4 Schaummittel: Insgesamt 120 Liter Schaummittel trägt das Fahrzeug. Eingesetzt wird dieses unter anderem bei Bränden von brennbaren Flüssigkeiten.

5 Schläuche: Rund 280 Meter B-Schlauch und etwa 250 Meter C-Schlauch. Sie sind allesamt flach einrollbar.

6 Lüfter: Der elektrisch betriebene Lüfter gehört erstmals zur Ausrüstung der Niederwürschnitzer. Er kann mit dem Notstromaggregat betrieben, aber auch an Steckdosen angeschlossen werden. Mit dem Gerät können die Feuerwehrleute Gebäude entrauchen. Das kommt ihnen selbst für bessere Sicht bei der Arbeit zugute. "Wir können mit dem Lüfter aber auch Treppenhäuser durchpusten und Personen so rauchfrei retten", sagt Siebert. In verrauchten Räumen können die Einsatzkräfte auf eine Wärmebildkamera zurückgreifen.

7 Notstromaggregat: Die Feuerwehr ist darauf angewiesen, unabhängig von äußeren Stromquellen zu sein. Dazu dient das Notstromaggregat. Damit können Lüfter, Scheinwerfer, Tauchpumpe, Säbelsäge und einiges mehr betrieben werden. 8 Leichte Technische Hilfeleistung: Technische Hilfeleistung gehört nicht zu den Kernaufgaben der Niederwürschnitzer Feuerwehr. In diesem Bereich kooperiert die Wehr mit Lugau. Dennoch hat das LF 10 eine Ausrüstung für die Leichte Technische Hilfeleistung. Dazu zählen das sogenannte Halligan-Tool zum Scheiden und Brechen sowie Äxte und Spalthammer. Auch Motorsäge, Sicherungsmaterial für die Einsatzstelle, Ölbinder und eine Erste-Hilfe-Ausrüstung gehören dazu.

9 Kabine: Sieben Einsatzkräfte finden im Mannschaftsraum Platz. Wird die Tür geöffnet, schwenkt eine beleuchtete Treppe aus, die das komfortable Ein- und Aussteigen ermöglicht. Der Angriffstrupp kann seine Atemschutzgeräte während der Fahrt anlegen. Das war beim Vorgängerfahrzeug nicht möglich, spart aber Zeit. Zwei weitere Atemschutzgeräte sowie vier Ersatzflaschen sind Teil der Beladung. Eine Druckluftflasche reicht ungefähr für 20 Minuten.

Auf dem Dach des Löschfahrzeuges werden eine dreiteilige Schiebleiter, die bis in die dritte Etage reicht, und eine vierteilige Steckleiter transportiert. Ins Dach integriert sind seitlich Leuchten zur Ausleuchtung des direkten Umfeldes. Ein Mast lässt sich auf dem Dach ausfahren. Dieser kann Einsatzstellen aus etwa sechs Metern Höhe beleuchten. Ein Detail mag den Laien überraschen. Das Fahrzeug verfügt auch über eine Hygieneeinrichtung mit Wasserhahn, Druckluft, Seifenspender und Spiegel. Das ist wichtig., um die gröbsten Verunreinigungen nach Einsätzen zu beseitigen.

Mit einem Tag der offenen Tür wird das Fahrzeug morgen der Öffentlichkeit vorgestellt. Los geht's am Fabrikweg 3 um 11 Uhr.

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