Galerie startet mit der Tochter des Schuldirektors

Der Kunstverein "burk-art" ist in den vergangenen Tagen als erster Nutzer in seine Räume im Dorf- und Vereinszentrum eingezogen. Für Sonja Näder, die ausstellende Künstlerin, ist die jetzige Schau eine Heimkehr.

Meinersdorf.

Die letzten Arbeiten im Pestalozzi-Haus sind noch im Gange. Die unteren Etagen sind noch verwaist, doch unterm Dach ist in den vergangenen Tagen Leben eingezogen. Der Kunstverein "burk-art" hat seine erste Ausstellung im neuen Domizil vorbereitet, und er landet damit einen Coup: Als erste Ausstellerin wurde die Künstlerin Sonja Näder ins Pestalozzi-Haus geholt. Die Augen der 71-Jährigen leuchten, während sie beim Aufbau von über 30 Bildern und etlichen plastischen Werken hilft: "Für mich ist das ein Heimspiel, fast wie eine Heimkehr." Sonja Näder ist Chemnitzerin, doch geboren wurde sie in Gornsdorf. Die ersten sechs Jahre ihres Lebens hat sie in Meinersdorf verbracht. "Mein Vater, Heinz Gierich, hat nach dem Krieg an dieser Schule als Neulehrer gearbeitet. Später war er hier Schuldirektor." Gewohnt hat die Familie während dieser Zeit in einer Fabrikanten-Villa gegenüber der Kirche. Heinz Gierich hat später Geschichte in Berlin studiert und ist als Schuldirektor nach Chemnitz gewechselt. Doch die familiäre Nähe zu Meinersdorf ist Sonja Näder bis heute wichtig. "Deshalb habe ich auch sofort und gern zugesagt, als die Anfrage des Kunstvereins kam."

Ursprünglich hat Sonja Näder Design, Spezialgebiet Textildruck, in Schneeberg studiert. Diese Profession kommt innerhalb der jetzigen Schau bei einigen älteren, farbigen Drucken auf Seide zum Tragen. "Ich musste viel mit Farben umgehen", so Näder, die als Freiberuflerin unter anderem Firmenkollektionen für Bekleidung und Heimtextilien entworfen hat. Parallel hat sie sich jedoch immer auch der freien Kunst gewidmet. Und so wurde bei der Beschäftigung mit handgeschöpftem Papier die Farbigkeit zurückgedrängt. "Diese zurückhaltenden, fragilen Arbeiten sind aus den 90er Jahren. Dabei habe ich unter anderem Fundstücke verarbeitet."

Einen sichtbaren Bruch gab es noch einmal vor vier Jahren. Nachdem der Ehemann der Künstlerin verstorben war, hat sie sich der Leinwand und Mischtechniken aus Acryl, Marmorstaub und Asche zugewendet. Nicht bewusst und gewollt, aber im Nachhinein nicht zu übersehen: Die Arbeiten in dieser Zeit sind von Düsternis geprägt. "Ich habe mich stark mit den Themen von Sein und Vergehen auseinandergesetzt." Doch die neue Technik hat auch deutlich freiere und sehr experimentelle Werke hervorgebracht. Doch spannungsreich ist die Schau nicht allein durch die verschiedenen Techniken und Themen der Bilder. Daneben zeigt Sonja Näder eine ganze Reihe von plastischen Arbeiten, überwiegend aus Keramik, aber auch aus Bronze.

Die Personalausstellung mit Malerei und Objekten von Sonja Näder wird am Freitag, 19.30 Uhr, im Pestalozzi-Haus Meinersdorf eröffnet. Die Schau ist bis 29. Januar immer mittwochs von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Andere Termine sind telefonisch unter (03721) 38593 oder (03721) 34510 möglich.

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