Gesunde Mitarbeiter - gesunde Firma

Wie viel die Atmosphäre am Arbeitsplatz mit der Leistungsfähigkeit der Angestellten zu tun hat, darauf will das Netzwerk Erz-gesund hinweisen.

Stollberg.

Arbeitnehmer sollen Freude am Lernen haben und einen Sinn in ihrer Arbeit sehen. Schafft es ein Chef, seinen Beschäftigten das Gefühl der Sicherheit zu geben und die Angst vor Veränderungen zu nehmen, kann er auf deren Motivation zählen. Davon ist René Edelmann überzeugt. "Für 95 Prozent der Arbeitnehmer ist heutzutage eine Atmosphäre am wichtigsten, in der sie sich wohlfühlen."

Der Impulsvortrag des Mentaltrainers, der auch als Motivationstrainer für den FC Erzgebirge Aue tätig ist, war nur ein Programmpunkt der Basisveranstaltung von Erz-gesund, die die Gesundheit in den Unternehmen im Erzgebirge fördern will. Im Mittelpunkt des Abends stand das Thema Bildung und Weiterbildung. Vertreter von gut 40 Unternehmen waren dazu in die Firma Pulsotronic Anlagentechnik nach Niederdorf gekommen.

Erz-gesund ist ein Netzwerk aus Unternehmen und Gesundheitsförderern, das angesiedelt ist bei der Industrie- und Gewerbevereinigung Aue. Es wurde vor zwei Jahren ins Leben gerufen und soll Unternehmen sensibilisieren, mehr für die betriebliche Gesundheitsförderung zu tun. Dazu gehört auch eine gezielte Aus- und Weiterbildung. Sie sei neben Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung, Suchtprävention, die richtige Einrichtung des Arbeitsplatzes eine Säule des Projektes und ein Grundpfeiler eines ausgewogenen und gesunden Arbeitslebens.

Die Relevanz des Themas lässt sich laut René Edelmann mit Fakten belegen. Studien zu Folge haben in manchen Firmen ein Viertel aller Mitarbeiter innerlich gekündigt. "Ansatzpunkt für ein gesundes Betriebsklima, in dem Selbstvertrauen, Werte und Teamwork geschätzt werden, ist die Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Arbeitnehmer", sagt René Edelmann, der es mit seinem Vortrag schaffte, die Menschen im Saal zum Nachdenken zu bringen.

"Ich fand die Veranstaltung sehr interessant. Es wurden Probleme angesprochen, die aktuell im Raum stehen", sagte Christiane Schreckenbach im Anschluss. Sie leitet die Personalabteilung der Lebenshilfe in Stollberg. "Es ist eine Herausforderung. Aber wir Arbeitgeber tragen dafür Sorge, dass sich unsere 230 Mitarbeiter wohl fühlen." Laut Schreckenbach soll bei der Lebenshilfe in Zusammenarbeit mit der IKK Aue bis 2020 das betriebliche Gesundheitsmanagement vollständig eingeführt werden. Zur Zeit finde die Analyse des Ist-Zustandes sowie die Festlegung erforderlicher Maßnahmen statt.

Steven Morgenstern vom Autohaus Oppel in Aue nimmt regelmäßig an solchen Informationsveranstaltungen teil. "Auf kurzem Weg kann man sich austauschen und bekommt Impulse, wie andere Firmen mit dem Thema Gesundheit oder Aus- und Weiterbildung umgehen", so der Serviceleiter, der aber betont, dass ein langer Atem nötig ist. "Wir haben festgestellt, dass Gesundheitskurse generell erst einmal gut angenommen werden. Doch leider lässt die Motivation schnell nach."

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