Infrarotsperren gegen Hausschimmel

Die städtische Gesellschaft für Wohnungsbau in Stollberg will die Feuchtigkeit in den Hausaufgängen reduzieren. Ein Testversuch soll bereits im Frühjahr erste Ergebnisse bringen. Wie geht es dann weiter?

Stollberg.

In manchen Eingängen der Häuser der Gesellschaft für Wohnungsbau (GfW) in Stollberg werden die Handwerker an den Decken direkt nach der Tür helle Platten anbringen. Sie messen 1,40 Meter mal 60 Zentimeter, sehen eher unscheinbar aus. Und doch sollen sie Schimmel in den Hauseingängen verhindern und reduzieren.

"Es handelt sich um Infrarotsperren, die Kälte und Luftfeuchtigkeit beim Hereinkommen stoppen sollen", sagt GfW-Chef Uwe Hirsch. "Es ist in etwa so wie bei einem Kaufhaus-Eingang im Winter: Dort hält auch eine Warmluftsperre die kalte Luft draußen." Der Unterschied: Die Infrarotsperre ist kein Gebläse, sondern schafft eine leichte, unsichtbare Wärmewand aus Strahlungsenergie. Das Ziel laut Hirsch: Den Taupunkt im Mauerwerk der Häuser mehr nach außen drücken.

In neun der insgesamt 59 GfW-Hauseingänge wird Hirsch die Infrarotsperren und ihre Wirksamkeit testen. So werden mit Hydrometern die Luftfeuchte sowie die Trockenheit des Wandputzes erfasst. Hirsch: "Das gibt es so noch nicht bei einer Wohnungsgesellschaft. Da sind wir Vorreiter." Im April oder Mai will er erste Ergebnisse haben und diese auswerten.

Der Test werde unter anderen in Häusern gemacht, die schon älter sind. Hier sei es insofern interessant, weil diese damals mit anderem Heizverhalten der Mieter errichtet worden sind. "Wenn die Wohnungstüren in dem Aufgang regelmäßig auf und zu gehen, ist es ein Unterschied, ob wie früher mit Ofen oder heute mit modernen Anlagen geheizt wurde", so Hirsch. Dementsprechend seien die Luftströme heute in solchen Aufgängen oft andere, was sich auch auf die Schimmelbildung auswirke.

12.000 Euro gibt der GfW-Geschäftsführer für den Versuch aus. Sollte der Test erfolgreich sein, dann will er in allen Hauseingängen die Infrarotsperren anbringen lassen. Er kann sich zudem gut vorstellen, den flächendeckenden Einsatz dann wissenschaftlich von Bau-Experten - etwa einer Universität - begleiten zu lassen.

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