Klimaschutz: Was tun die Kommunen?

Burkhardtsdorf ist ein Vorreiter: Die Kommune macht beim "European Energy Award" mit - und konnte ihren CO2-Ausstoß seit 2005 auf die Hälfte reduzieren. Und wie sieht es in anderen Gemeinden aus? Ein paar Stichproben.

Burkhardtsdorf.

Burkhardtsdorf bleibt dran beim Klimaschutz: Für vier weitere Jahre ist die Gemeinde Partner mit Auszeichnung beim "European Energy Award". Dieser macht die Erfolge einer Kommune bei Energieeffizienz und Klimaschutz mess- und sichtbar. Seit 2005 konnte Burkhardtsdorf den Kohlendioxidausstoß von 1083 Tonnen auf 538 Tonnen reduzieren - und so mehr als 1,1 Millionen Euro an Kosten sparen.

"Wir sind auch zertifiziert. Aktuell bis September 2020", sagt der Oelsnitzer Bürgermeister Bernd Birkigt. Im kommunalen Klimaschutzkonzept seien eine Reihe von Maßnahmen enthalten - etwa die Energieeffizienz von kommunalen Gebäuden zu verbessern. Der Oelsnitzer Bürgermeister spricht in dem Zusammenhang von energetischer Sanierung des Rathauses und von städtischen Wohngebäuden. Bei der Energieeinsparung über die Straßenbeleuchtung - Umstellung auf LED - sei die Stadt auf einem guten Weg. Ebenso bei der Förderung der Elektromobilität, etwa bei Dienstwagen. Öffentliche Ladesäulen seien in Planung, auch der Bau von Ladestationen für Elektrobikes in diesem Herbst. "Weitere Vorschläge, wie etwa die Umstellung auf regenerative Energien, können aber erst in der Zukunft erfolgen", so Birkigt.

In der Stadt Thalheim sind die vor einem Jahr vorgetragenen, ambitionierten Pläne noch immer in der Anfangsphase. Stichwort: Blockheizkraftwerke (BHKW). Die Idee war: In Thalheim entstehen drei Nahwärmenetze. Wohnhäuser in den drei Gebieten - Nord, Mitte, Süd - werden in dezentrale Systeme eingebunden, mit je eigenen Kraftwerken. BHKW erzeugen Strom durch Verbrennung, ähnlich wie konventionelle Kraftwerke. Der Unterschied: Die Abwärme, die dabei entsteht, geht nicht verloren, sondern wird genutzt, um Wohnungen zu heizen. Der Wirkungsgrad eines BHKW ist deutlich höher.

Bürgermeister Nico Dittmann strebte schon damals allerdings nur eine Teillösung an. Allein schon wegen der Kosten. Rund 1,5 Millionen Euro - so teuer wäre das Gesamtpaket. "Wir haben mit Banken, Firmen, im Haus gesprochen und werden wahrscheinlich auf eine kleine BHKW-Lösung mit Erneuerung der Kessel gehen. Da aber die Kosten immer mehr wurden und wir ausschreiben müssen, hat es sich verschoben", erklärt Dittmann. Ein wichtiger Punkt sei die Oberschule. Hier wollte die Stadt aufgrund der dortigen massiven Baumaßnahme abwarten, um nicht zu viel auf einmal zu machen. Dittmann: "Geplant ist, dass wir in der Sommerzeit 2020 an die ersten Umsetzungen gehen."

Thalheim will zudem schauen, ob sich die Stadt wie Burkhardtsdorf oder Oelsnitz am "European Energy Award" beteiligt. Nico Dittmann: "Wir konnten uns bisher noch nicht damit beschäftigen, da uns das notwendige Personal gefehlt hat. Eventuell gelingt uns aber eine Bewerbung." Das wird Stollberg nicht machen, heißt es aus der Großen Kreisstadt auf Anfrage. Trotzdem sei man dabei, auch hier bestimmte Projekte umzusetzen. Neben der Elektromobilität sei auch das Thema Blockheizkraftwerke aktuell - etwa auf dem Areal Stalburc im Ortsteil Hoheneck. Immer werde die Stadt dies aber in Abhängigkeit der Fördermittelsituation entscheiden, wird betont. So soll etwa der Wischberg mit einbezogen werden - aber das hängt noch in der Schwebe.

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