Liebhaber präsentieren zischende und pfeifende Dampfmaschinen

Technikfreunde standen am Sonntag Schlange vor dem Oelsnitzer Bergbaumuseum, um beim Dampftag Modelle zu bestaunen.

Oelsnitz.

Lautes Zischen und Pfeifen gehören dazu, wenn Dampfmaschinen präsentiert werden - im Bergbaumuseum in Oelsnitz hat sich beim Dampftag gestern alles rund um die historische Dampffördermaschine gedreht, das Herzstück des Museums. Hinzu kamen mehr als 20 Modellbauer, die eine Reihe faszinierender Maschinen präsentiert haben.

Auf dem Außengelände hatte Frank Lindner seine Schmalspurlokomotive aufgebaut. Wie der 64-jährige Ofenbauer erzählt, ist das Modell einem Original nachempfunden: "Das Modell ist achtmal kleiner als das Original, aber genauso kohlegefeuert." Lindner hat das Modell 2005 nach zwei Jahren Bauzeit in Betrieb genommen: "Das sind jetzt immerhin schon 15 Jahre. Und die Lok fährt noch immer." Seit einigen Jahren ist der Hohenstein-Ernstthaler immer mit dabei beim Dampftag in Oelsnitz: "Im Normalfall kann die Eisenbahn zirka 25 Kinder ziehen. Das geht jetzt in Corona-Zeiten leider nicht. Aufgrund der Abstände kommen wir eher auf die Hälfte."

Ein Hingucker war der Dampftraktor von Lutz Bringezu, der aus Wittenberg angereist war: "Die Maschine ist ein Modell der letzten gebauten Dampfmaschine der Firma Allchin von 1925. Danach wurde die Produktion eingestellt. Ein Modell ist im Maßstab 1:4 aber 100 Prozent detailgetreu nachgebaut - mit allen Funktionen, wie das Original." Lutz Bringezu hat das Stück aus England importiert, Besucher, die vorm Bergbaumuseum Schlange standen, waren von der Vielfalt begeistert. Stephan Christoph aus Herrenberg sagte: "Wir sind jedes Jahr in Oelsnitz und wenn wir diesmal nicht hätten anreisen können, hätte sicher etwas gefehlt." Sein Frau Karin erzählt: "Wir haben im Vorfeld angerufen, ob der Tag tatsächlich stattfindet. Es ist alles toll organisiert mit Abstand und Maske." Beim Dampftag haben auch einige Bulldog-Freunde ihre altehrwürdigen Fahrzeuge gezeigt. Sebastian Pahner aus Jahnsdorf hatte einen Lanz Bulldog, Baujahr 1939, dabei: "Die Maschine ist so restauriert, wie sie damals gelaufen ist. Wir haben in Jahnsdorf einen großen Bauernhof. Mein Vater hatte früher einen Lanz Bulldog, hat ihn aber verkauft. Jetzt haben wir uns erinnert und haben zwei solche Maschinen wieder hergerichtet. Wir sind sonst viel bei Oldtimertreffen und beim Dampftag sind wir jetzt das dritte Mal dabei. Es ist immer sehr schön. Wir sind glücklich, dass die Veranstaltung überhaupt stattfindet, denn dieses Jahr ist ja alles etwas eingeschränkt."

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