Malerin konzentriert sich aufs Aquarell

Großformatige Arbeiten von Tina Gehlert werden jetzt bei Bilder-Knauf gezeigt. Die Zwickauerin ist auch als Kursleiterin tätig.

Stollberg.

Heimatliche Motive wie die Göltzschtalbrücke, Gartenschönheiten wie Rittersporn und Mohn, aber auch Erinnerungen an Reisen in die Toscana sind ab morgen in einer Ausstellung bei Bilder-Knauf zu sehen. Es sind Arbeiten von Tina Gehlert aus Zwickau.

Die 50-Jährige konzentriert sich ganz bewusst auf eine Maltechnik. Ihr Metier ist das Aquarell, von dem sie schwärmt: "Ich mag die damit verbundene Spontanität und die Leuchtkraft der Bilder." Eintönigkeit weiß sie zu vermeiden, denn bewusst lotet sie alle gestalterischen Möglichkeiten der Aquarellmalerei aus. Varianten von Lavieren, Lasieren, Nass-in-Nass oder Spritztechnik werden kombiniert, um möglichst ausdrucksstarke Bilder zu erhalten. Dabei betrachtet sie die Aquarellkunst durchaus kritisch: "Mir gefallen nur wenige Aquarelle. Ich erkenne sogar an der Art des Malens, wenn jemand parallel auch mit Acryl arbeitet. Im Gegensatz zu Acryl wird beim Aquarell nämlich vom Hellen zum Dunklen gemalt."

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Gehlert hat viel Gelegenheit, ihr Gespür dafür zu schärfen, denn seit etwa zehn Jahren gibt sie Aquarellkurse. Vor allem an der Volkshochschule, aber auch im Kultur- und Freizeitzentrum Lugau war sie bereits als Kursleiterin zu erleben. Dabei genoss sie selbst keine professionelle Ausbildung. Bereits als Kind hat sie jedoch gemalt und Kurse besucht. Vor 20 Jahren kam sie zum Aquarell und blieb dabei. Nebenberuflich wie sie betont. "Als kaufmännische Angestellte arbeite ich viel mit Zahlen, da ist das ein schöner Ausgleich." Trotzdem sieht sie die Hobbyszene auch kritisch. Deshalb hat sie sich auch von den Kursen im Wochenrhythmus verabschiedet. "Da kommen die Leute oft von der Arbeit, schmeißen ihr Zeug hin und wollen kreativ sein. Das funktioniert nicht", sagt sie. Also hat sie umgestellt auf ganztägige Sonntagskurse, Wochenendkurse und Malreisen. Auf diese Weise können die Teilnehmer länger über einem Bild bleiben, sie bekommen viele Informationen, die sie zu Hause vertiefen können.

Dabei spürt Gehlert durchaus, dass die Tätigkeit als Kursleiterin auch sie selbst vorangebracht hat. Ein Indiz dafür ist die Größe ihrer Arbeiten: 72 mal 52 Zentimeter. Viel weiße Fläche für ein Aquarell. Doch Gehlert weiß sie zu nutzen. "Bei einem Aquarell machen die Farben nicht immer das, was sie sollen. Dafür, dass es richtig wirkt, gibt es aber Kniffs und Tricks. Man muss ein Konzept haben, sich aber auch auf die Wirkung des Unbeabsichtigten einlassen." Freigelassene Stellen seien ihr wichtig, dürfen aber nicht plakativ sein. "Eher sind es weiße Flecken zum Wohlfühlen." Zur Vernissage lässt sie sich auch beim Malen über die Schulter schauen lässt.

Die Ausstellung mit Aquarellen von Tina Gehlert wird heute, 14 Uhr bei Bilder-Knauf, Bahnhofstraße 4 in Stollberg, eröffnet.

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