Mann bringt Justiz auf die richtige Spur

Fahren ohne Fahrerlaubnis und ohne versichertes Fahrzeug - Ermittler brauchen oft die Bürgerhilfe bei Kleinkriminellen. Wie im folgenden Fall.

Niederwürschnitz/Stollberg.

Wolfgang Schneider hatte nur das getan, was er tun musste. "Es war am 15. Januar. Plötzlich stand eine Mercedes-Transporter in meiner Einfahrt. Da bin ich zu den Nachbarn und sagte ihnen, sie sollten das Fahrzeug bitte wieder wegfahren." Doch das geschah nicht. Im Gegenteil: Schneider sei bedroht worden. Also rief der Niederwürschnitzer die Polizei, erzählte den Beamten die Situation und gab ihnen am Telefon Kennzeichen und Fahrzeug durch. "Die waren einigermaßen verwundert darüber, weil das Nummernschild gar nicht zu dem Wagen passte." Kurze Zeit später waren ein halbes Dutzend Beamte vor Ort.

Jetzt musste sich einer der Männer bereits vor dem Amtsgericht verantworten - er war der Halter des Fahrzeugs. Und er hatte zwei anderen Männern selbiges zum Herumfahren überlassen, obgleich diese gar keinen Führerschein hatten und der Wagen zudem überhaupt nicht zugelassen war. Beide seien aber, so die Staatsanwaltschaft, trotzdem noch einen Tag zuvor in der Gegend unterwegs gewesen. Der eine gegen 16 Uhr, der andere gegen 20 Uhr.


Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage von 900 Euro eingestellt. Ein weiterer Angeklagter ist zur Verhandlung erst gar nicht erschienen. Das Verfahren ist also noch offen.

Für Halter eines Fahrzeuges gibt es generell eine hohe Verantwortung. Sie nämlich müssen prüfen, wer mit ihrem Auto fährt. Fahrlässiges Zulassen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis ist der Fachjargon - so erst kürzlich bei einem anderen Fall in Marienberg. Da hatte die Ehefrau ihren Mann jahrelang das Auto fahren lassen, obgleich sie wusste: Der LKW-Fahrer hatte beim in Flensburg ansässigen Kraftfahrtbundesamt zwölf Punkte gesammelt, eine auferlegte Nachschulung nicht absolviert und deshalb die Fahrerlaubnis entzogen bekommen.

Die 45-jährige Ehefrau, auf die das erst vor wenigen Jahren erworbene Auto zugelassen war - obwohl sie selbst gar keine Fahrerlaubnis besitzt -, trage die Verantwortung, dass ihr Fahrzeug nur von Personen mit Führerschein genutzt werde, mahnte der Richter in der Verhandlung an. Dieser Verantwortung sei sie jedoch nicht nachgekommen. Das Gericht verurteilte die Frau zu einer Geldstrafe in Höhe von 200 Euro. (mit mb)

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