Mitarbeiter von morgen im Fokus

Fachkräfte Eine Möglichkeit, junge Leute für bestimmte Jobs zu interessieren, ist die Woche der offenen Unternehmen. "Freie Presse" stellt einige der vorgestellten Berufsbilder vor. Heute: der Operations- beziehungsweise der Anästhesietechnische Assistent.

Stollberg.

Qualifiziertes Personal zu finden, ist nicht einfach. Daher bildet das Kreiskrankenhaus künftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gern selbst aus. Konkret betrifft dies neben der Ausbildung zum Operations- (OTA) beziehungsweise Anästhesietechnischen Assistenten (ATA) auch die zum Gesundheits- und Krankenpfleger, erklärt Pflegedienstleiterin Elke Köhler. Die Übernahmechancen nach der Ausbildung sind sehr gut. Im Schnitt habe man zwölf Gesundheits- und Krankenpfleger pro Lehrjahr sowie alle drei Jahre je einen OTA und ATA, erklärt Köhler. Diese Zahlen seien für den eigenen Bedarf ausreichend.

Für die Woche der offenen Unternehmen haben sich fast 170 Schülerinnen und Schüler angemeldet. In Gruppen werden sie durchs Haus geführt, werden ihnen unter anderem auch Physiotherapie, Röntgen und Labor gezeigt. Denn auch wenn man dafür nicht die Ausbildung übernehme, so sei man doch für viele medizinische Berufe Praxisbetrieb, erklärt Köhler.

Vor dem Rundgang hatte Köhler den Schülern in einem Vortrag erklärt, was unter den Ausbildungsberufen im Krankenhaus zu verstehen ist und welche Voraussetzungen beispielsweise künftige OTA beziehungsweise ATA mitbringen sollten. Denn allein mit guten Leistungen in der Schule ist es nicht getan.

Das Berufsbild: Was machen der der Operations- und der Anästhesietechnische Assistent? Beide gehören zum OP-Team und sind damit für den reibungslosen Ablauf einer Operation zuständig. Während der Operationstechnische Assistent insbesondere für alle Arbeiten rund um die benötigten Instrumente und Geräte und auch das Reichen dieser während der OP verantwortlich ist, sind es beim Anästhesietechnischen Assistent die Arbeiten rund um die Narkose.

Zu den Aufgaben des OTA gehören unter anderem die Vorbereitung der Patienten für die Operation, das Vorhalten der benötigten Instrumente, die Pflege und Überprüfung der technischen Geräte, die Dokumentation der OP und die Mitverantwortung für die Einhaltung der strengen Hygienevorschriften im OP-Saal. Der ATA ist unter anderem für die Betreuung des Patienten - Vor- und Nachsorge - zuständig, er bereitet die Narkose und kontrolliert Narkose- und Schmerzmittel, überwacht während der OP die Atmung und den Kreislaufs des Patienten, dokumentiert den Narkoseverlauf und ist für Pflege und Wartung der Instrumente und medizinischen Geräte verantwortlich. Neben der Arbeit im OP-Saal werden sowohl OTA als auch ATA auch beispielsweise in der Endoskopie, der Notfallaufnahme, im Herzkatheterlabor oder in der Ambulanz eingesetzt. Die Eignung: Die Berufe OTA und ATA können von Mädchen und Jungen gleichermaßen ausgeübt werden. Voraussetzungen sind der Realschulabschluss oder eine gleichwertige abgeschlossene Schulbildung. Die Vollendung des 17. Lebensjahres ist wünschenswert. Ein Hauptschulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung sind dann ausreichend, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen: eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung mit einer Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren oder eine Erlaubnis als Krankenpflegehelfer beziehungsweise eine abgeschlossene landesrechtlich geregelte Ausbildung von mindestens einem Jahr in der Kranken- oder Altenpflegehilfe. Der Notendurchschnitt sollte mindestens bei 2,3 liegen, in den Hauptfächern nicht schlechter als 3.

Neben den Schulnoten beziehungsweise dem Abschluss ist insbesondere auch die Persönlichkeit entscheidend. Zu den sogenannten Soft-Skills gehören unter anderem Kontakt- und Teamfähigkeit, physische und psychische Gesundheit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Organisationsvermögen und die Bereitschaft und Fähigkeit zu verantwortlichem Handeln. Zudem sollten Bewerber kreativ und flexibel sein, um sich auf unterschiedliche Menschen und Situationen einstellen zu können. Ein mindestens 14-tägiges Praktikum in einem Unternehmen der Gesundheitsbranche ist vor der Bewerbung beziehungsweise Ausbildung sinnvoll und wünschenswert.

Die Ausbildung: Beide Ausbildungen werden integrativ im gemeinsamen Klassenverband durchgeführt und gehen insgesamt über drei Jahre. Theorie und Praxis wechseln sich dabei ab, der theoretische und praktische Unterricht umfasst 1600Stunden, die praktische Ausbildung 3000Stunden. Die theoretische Ausbildung wird laut Köhler am Klinikum in Chemnitz durchgeführt. Die aktuelle Auszubildende für die Anästhesietechnische Assistentin befindet sich im zweiten Lehrjahr, 2020 wird also ein neuer Ausbildungszyklus beginnen, sagt Pflegedienstleiterin Elke Köhler. Und am 1. September 2021 sei wieder Ausbildungsstart für künftige Operationstechnische Assistenten. Elke Köhler: "Bewerbungen für alle drei Ausbildungen sollten bis Dezember des aktuellen Jahres fürs Folgejahr eingehen."

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