Nervosität bei Eltern im Gespräch abbauen

Für uns da Erzieherin Juliane Rudolph aus der Kita Kastanie

Oelsnitz.

Wenn Juliane Rudolph normalerweise die Kita Kastanie am Grenzweg in Oelsnitz betritt, dann werden erst einmal die Kolleginnen geknuddelt. Das fällt zu Corona-Zeiten natürlich aus. "Ankommen ist auch nach den ersten Wochen immer noch komisch", sagt die Erzieherin. Nicht nur das Ankommen läuft in diesen Tagen anders. "Der ganze Tag verläuft unstrukturierter, ruhiger und flexibler", sagt die 22-Jährige. Das gilt jedenfalls für die Erzieherinnen, denn die Kinder sollen nach Möglichkeit weiterhin einen klar strukturieren Tagesablauf haben. Betreut werden dort zurzeit Kinder von Eltern, die in sogenannten systemrelevanten Berufen tätig sind. Das sind vor allem solche im medizinischen Bereich.

Die Erzieherinnen, die nicht in der Betreuung gebraucht werden - zurzeit kommt lediglich eine Handvoll Kinder in die Kita Kastanie - haben Zeit für andere Dinge. Zum Beispiel für die Portfolio-Arbeit. Das ist eine Art Entwicklungstagebuch für jedes Kind. Dafür bleibt in normalen Zeiten wenig Raum. Ausführlicher verlaufen aktuell zudem die Gespräche mit den Eltern, die ihre Kinder in die Notbetreuung bringen. "Die Nervosität der ersten Tage hat abgenommen. Jetzt führen wir teilweise längere Gespräche", sagt Juliane Rudolph.

Zu anderen Kindern besteht aktuell kein Kontakt. "Ich bin schon gespannt, wie sie sich in der Zwischenzeit entwickelt haben", sagt Juliane Rudolph. Wenn die Kinder wieder komplett in die Kita kommen, wird es einiges zu tun geben, "Wir werden dann wohl alle Rituale von neuem etablieren müssen", sagt die Erzieherin. Ob von langer Hand geplante Projekte dann noch umsetzbar sein werden, ist zurzeit noch fraglich. Eines jedoch steht fest: Die jüngst ausgefallene Projektwoche wird nachgeholt.


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