Schäferhunde werden in Lugau unter die Lupe genommen

Halter aus ganz Deutschland haben am Wochenende ihre Tiere hinsichtlich ihrer Zuchttauglichkeit geprüft. Dazu gehört mehr, als nur gut auszusehen. Doch was genau? Und warum in Lugau?

Lugau.

Kontaktaufnahme mit fremden Personen, Reaktion auf Beutereiz, von einem Helfer provoziertes Verhalten, Interesse an der Beute, Stärke des Anbisses, Führigkeit im Beuteverhalten. Sowohl für Dasha von der Eichendorfschule als auch für ihre Besitzerin war die Zuchttauglichkeitsprüfung auf dem Hundeplatz in Lugau eine Premiere - Andrea Pohle versucht sich ihre leichte Aufregung nicht anmerken zu lassen. Nach 20 Minuten war es geschafft. Die fünfjährige Hündin hat ihre Sache super gemacht.

Die geforderten Elemente sind zwar Teil des regelmäßigen Trainingsprogrammes. "Aber ich wusste nicht so genau, was bei einer solchen Prüfung auf uns zukommt, was speziell gefordert wird", so Andrea Pohle. Entsprechend erleichtert ist sie nach dem Gesamtergebnis gewesen: 990 von 1000 möglichen Punkten. "Ich bin sehr stolz und zufrieden mit meiner Hündin."

Eine endgültige Zulassung zur Zucht bedeutet das aber noch nicht. Dafür werden noch 51 anatomische Merkmale überprüft. "Um das Ziel, einen zu hohen Leistungen veranlagten Gebrauchshund zu schaffen, wurde der Rassestandard für Deutsche Schäferhunde festgelegt, der sich auf körperliche Beschaffenheit sowie auf Wesens- und Charaktereigenschaften bezieht", erklärt Helmut Raiser, Leiter Ausbildung und Zucht beim Schäferhundeverein RSV 2000 aus Hann. Münden. "Mit der Vereinsarbeit möchten wir die Erhaltung des Kulturgutes Deutscher Schäferhund als Gebrauchshund unterstützen."

Eine solche Zuchttauglichkeitsprüfung für Deutsche Schäferhunde fand zum ersten Mal auf dem Hundeplatz in Lugau statt. Dafür waren drei vom RSV 2000 gestellte Beurteiler vor Ort, um die Bewerber genau unter die Lupe zu nehmen. Zahlreiche Hundefreunde und solche, die es werden wollen, waren zu den interessanten, öffentlich kommentierten und damit für die Zuschauer sehr gut nachvollziehbaren Sichtungen der Hunde durch die Experten gekommen.

"Es geht nicht nur darum, die Schäferhunde zu überprüfen. Ganz wichtig ist auch, dass die Hundeführer dabei für ihre Arbeit mit den Tieren lernen", so Kai Dietze, Vorsitzender des Hundesportvereines Lugau. Der Kontakt der örtlichen Hundesportler zum Schäferhundeverein RSV 2000 ist vergangenes Jahr während einer internen Weltmeisterschaft zustande gekommen. Peter Kaspereit vom Lugauer Hundesportverein war einer von 26 Teilnehmern. Er belegte damals mit Yustav Wilhelm vom Gleisdreieck hinter Helmut Raiser den 4. Platz. Der Abstand war sehr knapp, die Hundefreunde kamen ins Gespräch. Inzwischen hat sich eine freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Vereinen entwickelt.

"Ich habe schnell gemerkt, welch wirklich gute Arbeit in der Ortsgruppe geleistet wird, das sollte anerkannt und gewürdigt werden", sagt Helmut Raiser. Im Mai sind die Lugauer deshalb Ausrichter einer Großveranstaltung. Auf dem Hundeplatz finden die Deutschen Meisterschaften für Schäferhunde statt. Es werden rund 100 Teilnehmer erwartet.


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