Schnitzarbeit steht für Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst

Rund 60.000 Exponate zählt das Bergbaumuseum, nur ein Bruchteil davon ist zu sehen. Einzelne Stücke werden nun als "Objekt des Monats" vorgestellt. Aktuell: eine Arbeit von Heinz Heger.

Oelsnitz.

Das Bergbaumuseum Oelsnitz ist für die Kunstwerke der Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst verantwortlich. Mit dem Exponat des Monats, das in einer Vitrine im Treppenhaus des Rundbaus gezeigt wird, möchte die Einrichtung im November nun ein besonderes Augenmerk auf diese Sammlung legen.

Gezeigt wird eine Schnitzarbeit Heinz Hegers: "Grabender" aus Lindenholz, geschaffen um 1960. "Die Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst verfügt dank einer Schenkung der Witwe Hegers über 42 Holzobjekte des Künstlers, darunter Leuchter, Schalen und einige figürliche Schnitzarbeiten, zu denen auch die ausgestellte Holzskulptur gehört", sagt Museumsmitarbeiter Matthias Hempel.

Heger wurde 1932 in Bärenstein als Sohn eines Färbers geboren und lernte zunächst den Beruf des Holzbildhauers. 1954 nahm er an den Kursen des Dresdener Bildhauers Professor Reinhold Langner im "Haus der Erzgebirgischen Volkskunst" in Schneeberg teil und fertigte dort einige Arbeiten, die für zukünftige Schnitzer- und Holzbildhauer Maßstäbe setzten. Er erwarb 1960 den Meistertitel und begann danach ein externes Studium an der Fachschule für angewandte Kunst Schneeberg. 1963 erhielt er die Anerkennung als Kunstschaffender im Handwerk. Von 1965 bis zu seinem Tod im Jahre 2000 war er freischaffend als Holzgestalter in Bärenstein tätig. Bekannt geworden ist Heger vor allem durch zahlreiche baugebundene Arbeiten und seine einzigartigen gedrechselten und teilweise geräucherten Holzschalen, erklärt Hempel. Über Jahrzehnte habe das Material Holz im Mittelpunkt seines Schaffens gestanden.

Die Erzgebirgische Sammlung - Gemälde, Grafiken und Fotografien mit Motiven der erzgebirgischen Landschaft - wurde 2003 ins Leben gerufen und war bis 2008 ein Projekt des damaligen Landkreises Annaberg. Mit dem Umzug des Kulturraum-Büros nach Flöha wurde die Sammlung dem Bergbaumuseum Oelsnitz als Einrichtung des Erzgebirgskreises übergeben. Schrittweise bezogen die Kunstwerke ihr neues Domizil im Depot des Museums, wo sie seither fachgerecht untergebracht, betreut und verwaltet werden. Ausstellungen mit Exponaten aus der Sammlung finden regelmäßig im Schloss Schlettau statt. Gerade ist dort eine Sonderschau anlässlich des 100. Geburtstags von Rudolf Manuwald zu Ende gegangen. Der Annaberger lebte von 1916 bis 2002. Gezeigt wurden Gemälde, Zeichnungen, Holzschnitte und Beispiele seines werbegrafischen Schaffens.

Als museumspädagogisches Projekt zum Objekt des Monats bietet das Bergbaumuseum die Familien-Erlebnisführung "Alles kommt vom Bergwerk her" an. "Der alles prägende Bergbau im Erzgebirge hat neben vielen weihnachtlichen Traditionen auch das typische Handwerk wie das Schnitzen beeinflusst. Das zeigen wir an Beispielen während einer Kurzbefahrung im Museum" erklärt Museumspädagogin Marion Dittmann. Abschließend können die Teilnehmer einen kleinen teils vorgearbeiteten Schwibbogen oder einen Bergbauhunt selbst fertigen und mit nach Hause nehmen. Die Familienführung findet am 13. November ab 14.30 Uhr statt.

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