Smart City soll allen Zwönitzern nutzen

Die Bergstadt bekommt vom Bund Millionen für die Digitalisierung. Der Bürgermeister verfolgt damit vor allem ein Ziel.

Zwönitz.

Die Bergstadt Zwönitz soll zur Smart City werden. Im Sommer wurde die Kommune vom Bundesinnenministerium als Modellstadt ausgewählt. Damit verbunden sind fünf Millionen Euro Fördergelder, die in den nächsten sieben Jahren ausgegeben werden können. Doch was ist seitdem passiert und was sind die nächsten Ziele?

"Mit dem Förderprogramm haben wir eine einmalige Chance erhalten, unsere Stadt ins digitale Zeitalter zu führen und damit zukunftsfähig zu machen", erklärt der Zwönitzer Bürgermeister Wolfgang Triebert (CDU). Dabei sei das wichtigste Ziel, die Stadt für die Bürger durch neue digitale Angebote attraktiver zu machen. "Wir wollen erreichen, dass sich möglichst viele Familien in Zwönitz und seinen Ortsteilen ansiedeln", sagt Wolfgang Triebert. Damit soll der Rückgang der Bevölkerung entgegen dem allgemeinen Trend im Erzgebirge gestoppt werden.

"Von dieser Chance können alle Bürger profitieren. Wir wollen auch die mitnehmen, die bislang wenig oder gar keine Erfahrung mit der Digitalisierung haben", erläutert Wolfgang Triebert. Mit den Angeboten wie einer App können Bürger schneller Kontakt zur Stadtverwaltung aufnehmen. "Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie die Digitalisierung bessere Angebote schaffen kann. So auch beim Nahverkehr." In der Smart City soll der Nahverkehr sich den Wünschen der Bürger anpassen. "Das heißt, dass wir künftig besser wissen, wann und wohin die Busse fahren sollen. Denn die Anbindung der Ortsteile ist für uns sehr wichtig." Über eine App könnte nicht nur die beste Verbindung, sondern auch der Fahrpreis angezeigt und bezahlt werden. Auch im Gesundheitswesen könne das Programm neue Möglichkeiten bieten. So könnte durch die Anwendung digitaler Lösungen die medizinische Versorgungssituation verbessert werden - Stichwort: Telemedizin. Der Arzt soll den Patienten via Internet besuchen.

Damit dies alles möglich wird, braucht es in Zwönitz ein schnelles Internet. Schnelle Datenleitungen sollen künftig auch das Rathaus mit dem historischen Speicher verbinden. Auch der Aufbau eines 5G-Netzes in der Bergstadt ist denkbar.

"Zusammen mit den Bürgern müssen wir überlegen, welche Projekte für unsere Stadt wirklich wichtig sind", sagt Triebert. Dafür haben die Zwönitzer ausreichend Zeit. Denn das Förderprogramm der Bundesregierung hat einen großzügigen Zeitplan. Erst bis Oktober 2021 muss ein Strategiepapier ausgearbeitet werden. Danach sind für die Umsetzung fünf Jahre vorgesehen.

Am 10. März kann der Stadtrat über die Vision einer Smart City abstimmen. "Und auch jedes Projekt, was verwirklicht werden soll, bedarf seiner Zustimmung", sagt Wolfgang Triebert. Damit möglichst viele gute Ideen zu realisierbaren Projekten werden, stellt die Stadt auch neue Mitarbeiter ein. Zudem geht es auch darum, zu den Hochschulen in der Region wie Chemnitz und Zwickau sowie zum Fraunhofer Institut enge Verknüpfungen aufzubauen. Diese Netzwerke sollen nicht nur bei der Umsetzung der Smart City helfen, sondern könnten auch junge Unternehmen nach Zwönitz bringen.


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