Start der Thalheimer Rettungswache verschiebt sich auf 2019

Der Neubau am Ortsausgang stellt den Rettungszweckverband immer wieder vor neue Herausforderungen. Immerhin soll aber Ende des Monats Richtfest gefeiert werden.

Thalheim.

Wäre Boris Altrichter nicht der Geschäftsführer des Rettungszweckverbands Chemnitz-Erzgebirge, würde er wohl eine Baufirma leiten. "Damit kann man reich werden", sagt er scherzhaft und meint es doch ernst. Denn dass es der Branche gut geht, bekommt der Verband gerade beim Neubau der Rettungswache in Thalheim zu spüren. Nachdem bei der Erschließung des Grundstücks bis dato unbekannte Leitungen gefunden worden waren - was den Zeitplan bereits gehörig durcheinander gewirbelt hatte -, hapert es aktuell an einem Auftrag für den Innenausbau des Gebäudes. Dennoch: Der Rohbau ist fast fertig, für Ende des Monats ist das Richtfest geplant, sagt Altrichter. Nach derzeitigem Stand rechnet er damit, dass die Wache Ende des ersten, Anfang des zweiten Quartals 2019 in Betrieb gehen wird.

Zunächst beschäftigt ihn aber der Auftrag für den Trockenbau. Eine Firma mit einem sehr günstigen Angebot hatte den Zuschlag erhalten. "Und davor haben wir extra noch einmal nachgefragt, ob die sich auch nicht verrechnet haben", berichtet Boris Altrichter. Denn aktuell würde es eher passieren, dass Baufirmen höhere Preise fordern. Nachdem das Unternehmen den Zuschlag erhalten hatte, habe sie plötzlich zurückgerudert und will den Job nun nicht mehr ausführen. Boris Altrichter vermutet, dass ein anderer Auftrag lukrativer war. Er muss nun erneut auf die Suche nach einer Trockenbaufirma gehen und schließt rechtliche Schritte nicht aus.

Mit dem Neubau der Rettungswache in Thalheim will der Verband die Orte Zwönitz, Thalheim, Auerbach und Gornsdorf besser abdecken. "Entlang der Bundesstraße 180 bilden die Wachen in Burkhardtsdorf und Dorfchemnitz die beiden Enden." Dazwischen liegt künftig Thalheim. Zusammen werden die drei Wachen ein Gebiet von fast 140 Quadratkilometern mit etwa 30.500 Einwohnern bedienen, so Altrichter. Die Stadt Stollberg wird vor allem von der Rettungswache in Lugau aus angefahren.

Der Rettungszweckverband Chemnitz-Erzgebirge plant in Thalheim bei einem Bauvolumen von 1,5 bis 1,7 Millionen Euro eine Wache mit einem Rettungswagen und zwei Krankenwagen. Dazu sind fünf Stellflächen für Reservefahrzeuge sowie entsprechende Räume für das Personal vorgesehen. "Wir haben die Grundstücksfläche ziemlich ausgelastet", erklärt der Verbandsgeschäftsführer. Weil die Rettungsfahrzeuge immer größer werden, benötigen sie auch mehr Platz. Wurden in den 1990er-Jahren noch Wachen mit einer Hallentiefe von sieben Metern gebaut, wird die Thalheimer Halle nun zehn Meter tief sein, so Altrichter.

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