Stollbergs Jugend feiert ihr eigenes Festival am Schlachthof

Beim 1. Jugendkulturfest wurde viel geboten: von Schwarzlichttheater, einer Feuershow und Graffiti bis zu Kurzfilmen im Wohnwagenkino. Das Highlight: der Bandcontest. Geplant haben den Tag die jungen Leute selber.

Stollberg.

Frischer Popcornduft weht vom Wohnwagenkino über den Außenbereich des ehemaligen Stollberger Schlachthofes, und die Sonne strahlt vom Himmel - bessere Bedingungen für das Gelingen des 1. Jugendkulturfestivals konnte es nicht geben. "Es ist eine schöne Idee und es gibt gute Musik. Ich finde es gut, dass es direkt für die Jugend gemacht ist und es kein Geld kostet, denn als Jugendlicher hat man davon nicht viel", sagt der 19-jährige Philipp Seidel aus Aue.

Obwohl das Programm bereits um 14 Uhr mit Tanzeinlagen der Oelsnitzer Carnevalsvereinigung begann, war der Anfang eher schleppend. "Es sind bis jetzt wirklich wenige Leute. Auch bei der Trialshow eineinhalb Stunden später waren kaum Zuschauer", stellt der 19-jährige Rick Rudolph, der das Event mit organisiert hat, fest.

Aber desto später der Nachmittag, umso mehr Leute fanden den Weg zum Festival. Besonders die Schwarzlichtshow in der ehemaligen Kühlhalle der Schlachterei sowie der Graffitikurs mit Martin Tretner lockten zahlreiche Jugendliche und deren Eltern an. "Ich bin spontan vorbeigekommen und will mir alles mal angucken. Ich finde die Veranstaltung wirklich gut, da kann man nichts dagegen sagen", so die 15- jährige Lisa Nötzel aus Stollberg.

Das Highlight des Tages war aber definitiv der Bandcontest Sau'N'Check, bei dem fünf Bands aus der Umgebung ihr Können präsentierten. Von Metal über Punk bis hin zu Indie und Pop waren viele Genres vertreten. "Das Ziel ist nicht zu gewinnen, sondern einfach mitzumachen und Spaß zu haben", so Daniel Ring, der Schlagzeuger der Band Eickenlob aus Chemnitz. Die Band eröffnete den Contest mit fetzigem Deutschrock und einer ordentlichen Portion guter Laune. Das überzeugte nicht nur die dreiköpfige Jury, sondern auch die Zuschauer, die mit ihren Stimmzetteln die erst 2016 neu gegründete Band Eickenlob zu ihrem persönlichen Favoriten kürten und ihnen damit den Sieg und das Preisgeld von 300 Euro ermöglichten.

"Ich bin sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Es war ja sozusagen der Auftakt der Jugendbeteiligung Stollberg, und wir hoffen natürlich auf Zuwachs. Es wird nächstes Jahr bestimmt wieder stattfinden", meint Robin Halank vom Stollberger Schlachthofverein. Auch Rick Rudolf und die anderen Mitorganisatoren sind am Ende zufrieden und können sich vorstellen, das Jugendfestival noch einmal zu organisieren.

Sogar den wahrscheinlich ältesten Besucher der rund 200 Gäste konnten die Jugendlichen von ihrem Festival überzeugen: "Ich ziehe den Hut vor den Leuten, die diese Veranstaltung gestartet haben. Ich kann die Jugendarbeit nur begrüßen", so der 79-jährige Sigfried Schuster.


"Alles entspannt gelaufen"

Katja Mehlhorn arbeitet im flexiblen Jugendmanagement des Kreisjugendrings Erzgebirge. Mit ihr sprach über die Planungsphase Mona Berner.

Was war das Schwierigste bei der Vorbereitung?

"Die Erwachsenenperspektive zurückzuhalten und den Jugendlichen den Vorrang zu lassen. Wenn die Jugendlichen etwas wollten, dann wurde es auch umgesetzt."

Worauf sind Sie besonders stolz?

"Auf die Gruppe selbst und die Arbeit der Jugendlichen. Außerdem dass alles entspannt und nie gestresst abgelaufen ist."

Was ist das Besondere am 1. Jugendkulturfestival?

"Dass es von Jugendlichen für Jugendliche organisiert wurde sowie die große Bandvielfalt."

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