Zum Wochenende : Steter Tropfen

Mit der Wende gab es noch etwa 1600 eigenständige Gemeinden in Sachsen. Mittlerweile sind es etwa 400. Bei den Zusammenschlüssen ging es nicht immer harmonisch zu - oft wurden auch kleine Orte gezwungen, sich von großen Orten schlucken zu lassen. Mancherorts konnte dies auch später nie recht befriedet werden: Die dörflichen Ortsteile hinter den Feldern, die einst eigenständig gewesen sind, beklagen regelmäßig mangelndes Interesse seitens der Kernstädte. Diese wiederum weisen dann regelmäßig solche Vorwürfe entschieden zurück.

Auch in Stollberg ist ein solcher Dissens zu vernehmen - auffallend erst wieder vor der Oberbürgermeister- als auch vor der jüngsten Stadtratswahl: Gablenz, Mitteldorf, Raum oder Beutha auf der einen Seite, die Stollberger Kernstadt auf der anderen Seite. Stimmt das wirklich?


Vielleicht haben beide recht - und unrecht. In einem Detail aber liegt der Punkt klar beim Stollberger Oberbürgermeister Marcel Schmidt. Geht es um die Frage, wie man die Dörfer mit der Stadt besser verbinden kann, lässt das Rathaus einfach nicht locker. In den Ferien hat sie jetzt einen Taxi-Service für Kinder eingesetzt, der von Raum über Beutha, Oberdorf, Mitteldorf, Gablenz und Stollberg fährt. Er wird von der Stadt bezuschusst, soll vor allem als Zubringer für die City-Bahn und die Ferienangebote in der Stadt dienen.

Nun könnte man meckern, dass das Rathaus langsam klüger sein könnte. Schließlich ist die Idee, den fehlenden öffentlichen Nahverkehr mit eigenen Angeboten zu ersetzen, schon früher mangels Interesse - oder bereits an der Planung - gescheitert. Erinnert sei nur an das nie realisierte Projekt, die Dörfer als Teststrecke für autonomes Fahren in die Kernstadt zu nutzen.

Es ist jetzt abzuwarten, ob das neuerliche Angebot wahrgenommen wird. Steter Tropfen höhlt den Stein? Dass es die Stadt immer wieder versucht, ist zumindest löblich.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...