Abwasserentsorger investiert Millionenbeträge in Klärwerke

Drei neue Anlagen entstehen im Zschopauer Raum. Eine davon läuft schon im Probebetrieb. Nun sind die Grundstückbesitzer am Zug.

Zschopau.

Der in Hainichen ansässige Wasser- und Abwasserzweckverband ZWA investiert im Zschopauer Raum Millionenbeträge. Der Fokus liegt zurzeit beim Neubau beziehungsweise bei der Erneuerung von Klärwerken. Für die Einwohner bringt das zum Teil Konsequenzen mit sich.

Probebetrieb in Schlößchen: Noch in dieser Woche will der ZWA Briefe in den Amtsberger Ortsteil verschicken. Grundstücksbesitzer fordert der Verband darin auf, ihre Kleinkläranlagen oder Gruben möglichst bis Ende des Jahres stillzulegen und Abwässer in das öffentliche Kanalnetz einzuleiten. Nach etwa einem Jahr Bauzeit für das Klärwerk auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik Wilischthal wurde im Juni der Probebetrieb aufgenommen. Zum Jahresende soll die für 450 Einwohner ausgelegte Anlage rund laufen. Die Investition beziffert der technische Geschäftsleiter Ulrich Pötzsch auf 1,8 Millionen Euro.


Für den ZWA-Chef geht damit ein Kapitel zu Ende, das schon mit der Übernahme des alten Verbandes "Rund um Zschopau" 1998 begann. Seitdem habe es Studien und Variantenuntersuchungen für eine zentrale Abwasserentsorgung in Schlößchen gegeben. Der Durchbruch folgte Ende 2014. Damals hatte die Verbandsversammlung den Dezentralitätsbeschluss für den Amtsberger Ortsteil aufgehoben. Damit war klar, dass der Ort ans öffentliche Abwassernetz kommt. Grundstücksbesitzer waren somit nicht mehr gezwungen, ihre Anlage an die bis Ende 2015 geforderten neuen Umweltstandards anzupassen. Allerdings kam der Beschluss für etliche Hausbesitzer zu spät, die ihre Kleinkläranlagen vorher erneuert hatten.

Grundstücke mit Kanalanschluss stellt der ZWA zum 1. Januar 2020 auf eine neue Tarifstruktur um. Neben dem Grundpreis (12 Euro/Monat) wird dann ein Mengenpreis von 3,26 Euro pro Kubikmeter fällig. Hinzu kommt Niederschlagsentgelt in Höhe von 46 Cent je Quadratmeter anrechenbarer Fläche. Bislang ist die Kanalbenutzung günstiger: 5 Euro/Monat Grundpreis, 1,20 Euro/Kubikmeter Mengenpreis und 16 Cent/Quadratmeter Regenwasserentgelt.

Baustelle in Dittmannsdorf: Rund 1,3 Millionen Euro investiert der ZWA in den Bau eines neuen Klärwerkes am Ortsausgang Dittmannsdorf in Richtung Erdmannsdorf. Die Anlage ersetzt ein desolates Containerklärwerk, das 1994 an der Stelle errichtet wurde. Diese und andere in dieser Zeit gebauten Anlagen waren laut Pötzsch zunächst als Provisorien gedacht. Später sollten diese durch wenige große Klärwerke ersetzt werden. "Dazu wären riesige Investitionen nötig gewesen, die wir aber nicht mitgetragen haben", erklärt Ulrich Pötzsch. Zum Jahresende soll das Werk in Dittmannsdorf im Probebetrieb laufen. In die Anlage fließen dann Abwässer von rund 800 Einwohnern und Kleingewerbeunternehmen. Für die Dorfbewohner ändert sich damit aber nichts.

Angebotsabgabe für Waldkirchen: Noch existiert das neue Klärwerk im Ortsteil Zschopenthal nur auf dem Papier. Die Submission ist für den morgigen Donnerstag vorgesehen. Ulrich Pötzsch spricht von einer Winterbaustelle. Spätestens im Frühjahr soll die für 2500 Einwohner ausgelegte Anlage den Betrieb aufnehmen. Angeschlossen ans Kanalnetz wird neben Waldkirchen fast der komplette Zschopauer Ortsteil Krumhermersdorf, sagt der ZWA-Geschäftsleiter. Um alle Anschlüsse zu realisieren, ist die von Krumhermersdorf kommende Druckleitung bis zum Klärwerk zu komplettieren.

Neben der alten Containeranlage in Zschopenthal soll der Neubau drei weitere ausgediente Klärwerke in Krumhermersdorf ersetzen. Einigen hat der Rost in den vergangenen Jahren zugesetzt. Ulrich Pötzsch spricht von nur noch geringen Materialstärken an manchen Stellen.

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