Auch bei der Jagd darf das Hygienekonzept nicht fehlen

Im Forstrevier Ansprung sind noch einmal Jäger unterwegs gewesen. Die Pandemie hat auch bei ihnen Routinen verschoben.

Ansprung/Rübenau.

25 Stück Schalenwild sind am Wochenende bei einer Drück- und Bewegungsjagd des Forstbezirks Marienberg erlegt worden - davon drei Stück Schwarzwild, zwei Hirsche, zehn Stück weibliches Rotwild sowie Kälber und zehn Rehe. Ein Ergebnis, mit dem Forstbezirksleiter Ingo Reinhold zufrieden war.

Seit Oktober fanden im Bezirk insgesamt 20 Drück- und Bewegungsjagden statt, jeweils mit Hygienekonzept. Das galt am Sonnabend auch schon zu Beginn der Jagd, als sich die Beteiligten kurz nach Sonnenaufgang am Kriegwaldweg in Rübenau trafen. Sie waren einzeln oder im Familienverbund angereist und wurden vor Ort einer der Schützengruppen zugewiesen. Ähnlich wurde mit den Jagdhelfern verfahren.

Die Gruppen sammelten sich zunächst auf einer großen Wiese in 23 markierten Sektoren, wobei sich Kontakte ausschließlich auf Jäger einer Schützengruppe beschränkten und alle Teilnehmer Mund-Nase-Bedeckungen trugen. "Die kleinen Schützengruppen bejagen jeweils ein genau definiertes Waldstück", erklärte der Ansprunger Revierleiter Hubertus Heine. Nachdem jeder Schützengruppenführer "seine" Jäger eingewiesen hatte, ging es los; die Jagdbeteiligten nahmen ihre Positionen ein. Die Jäger positionierten sich auf ihren Ständen und die Jagdhelfer bewegten sich samt einiger Hunde quer durch das zugewiesene Waldstück - ruhig und nicht zu schnell. "Wir wollen das Wild nur aus seinen Einständen drücken. Es soll beunruhigt werden, damit es sich in Bewegung setzt, aber nicht panisch durch den Wald hetzen. Auf ein panisch flüchtendes Tier kann der Jäger nicht schießen", so Heine.

Über zwei Stunden zogen die Helfer samt Hunden durch den Wald, stellenweise durch dichtes Gebüsch und entlang steiler Hänge des Schwarzwassertales. Die Stille des Waldes wurde nur von den gelegentlichen Rufen der Jagdhelfer, Hundegebell und Schüssen unterbrochen. Punkt 12 Uhr endete die Jagd. Alle Jagdhelfer und jene Schützen, die kein Wild erlegt hatten, fuhren direkt nach Hause. "Auf die sonst übliche Versammlung nach der Jagd sowie das gemeinschaftliche ,Streckelegen' des erbeuteten Wildes haben wir entsprechend dem Hygienekonzept verzichtet", sagt Ingo Reinhold, der mit der Jagd zufrieden war.

Dem Forstbezirksleiter zufolge ist es im Hinblick auf die bereits in Sachsen angekommene Afrikanische Schweinepest dringend notwendig, den Bestand des Schwarzwildes zu reduzieren. Eine Drück- und Bewegungsjagd sei daher in Ergänzung zur Einzeljagd immer auf die Eindämmung des Schwarzwildbestandes ausgerichtet. Zudem sollen Wildschäden vermieden werden. Zu den von Wild verursachten Schäden gehören etwa junge Bäume, an denen Rotwild oder Mufflons stellenweise die Rinde mit ihren Zähnen abgeschält und gefressen haben. Die Rindenverletzungen sind Reinhold zufolge Eintrittspforten für Fäulnispilze, die das Holz zersetzen und entwerten. Zudem würden Tiere junge Triebe abfressen. Das wiederum beeinträchtige das Wachstum der Pflanze massiv. Etwa 900 Hektar umfasste das Jagdgebiet im Revier von Hubertus Heine. Der Revierförster hatte die Jagd mit seinen Forstleuten lange vorbereitet. Zum Beispiel wurden Plätze für die Jagdstände ausgesucht. Danach mussten diese gestellt, die Schusssektoren gekennzeichnet und diese stellenweise freigeschnitten werden. Als Sicherheitsvorkehrung machten an Straßen und Waldwegen platzierte Hinweisschilder auf das Ereignis aufmerksam.

"Die Jäger müssen trotzdem damit rechnen, dass Menschen im Wald unterwegs sind, weil das Betreten auch während einer Drück- und Bewegungsjagd nicht verboten ist", berichtet Heine. Auch deshalb dürfen Jäger nur von ihren Ständen aus schießen.

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.