August-Bebel-Straße nur eines von vielen Drebacher Projekten

Bürgermeister Jens Haustein (Mandat CDU) über Vorhaben in diesem Jahr und Schwierigkeiten bei der Umsetzung

Drebach.

Der Doppelhaushalt 2019/2020 der Krokusgemeinde sieht zahlreiche Investitionen vor. Auch darüber sprach Mike Baldauf mit dem Gemeindeoberhaupt.

"Freie Presse": Auf welches Thema werden Sie von Einwohnern am häufigsten angesprochen?

Jens Haustein: Da sticht nichts heraus. In jedem Ortsteil brennt den Leuten etwas anderes unter den Nägeln. Häufig drehen sich die Gespräche um Straßenbauvorhaben. Viele interessieren sich auch dafür, wie es mit dem Neubau der Mehrzweckhalle oder der Gastronomie auf Burg Scharfenstein weitergeht.

Gibt es denn nach der Schließung der Burgschänke Neuigkeiten?

Ich habe einen Anruf von einem Interessenten für die Gaststätte erhalten. Wir sind gerade dabei, einen Besichtigungstermin zu vereinbaren. Mehr kann ich dazu jetzt nicht sagen.

Was hat Sie im vergangenen Jahr stolz gemacht?

Die Zusammenarbeit der politischen Entscheidungsträger und engagierten Bürgern in der Gemeinde. Ich sehe es schon als Herausforderung, die unterschiedlichen Interessen in den Ortsteilen alle unter einen Hut zu bringen. Zudem freue ich mich, dass wir mit dem Bau der Ortsdurchfahrt Grießbach ein großes Projekt gestemmt haben und dabei zeitlich und finanziell im Rahmen geblieben sind.

Worin sehen Sie die größte Herausforderung in diesem Jahr?

Es gilt, gleich mehrere Großprojekte anzuschieben, die im Doppelhaushalt 2019/2020 verankert sind. Etwa den Ausbau des ersten Abschnitts der August-Bebel-Straße in einem Umfang von 1,3 Millionen Euro, den Bau der Mehrzweckhalle für 3 Millionen Euro, die Fertigstellung des Parkplatzes am Scharfensteiner Bahnhof für 250.000 Euro und den Ausbau des ersten Abschnitts des Karl-Stülpner-Weges für 470.000 Euro. Zugleich stehen Arbeiten in den Grundschulen Venusberg und Drebach sowie den Kindertagesstätten in Scharfenstein und Drebach mit einem Gesamtvolumen von rund 1 Million Euro aus.

Das klingt nach Investitionsstau.

Das hängt mit dem veränderten Markt zusammen. Für die Sanierungsvorhaben in der Grundschule Venusberg und in der Scharfensteiner Kindertagesstätte haben wir wegen gestiegener Baupreise die Ausschreibungen aufgehoben. Hinzu kommt, dass nicht nur Planungsbüros und Gemeindeverwaltung, sondern auch Baufirmen an der Kapazitätsgrenze arbeiten. Wir werden künftig mehr Geduld aufbringen und akzeptieren müssen, dass nicht mehr alles sofort geht.

Auch der Abriss der Investruine in Grießbach verzögert sich weiter ...

Das stimmt. Drei Anfragen liegen bislang für das auf dem Gelände vorgesehene Eigenheimgebiet vor. Die Interessenten mussten wir erst einmal vertrösten. Zumindest können wir jetzt aber sagen, wann ein Baubeginn realistisch ist.

Wann?

Der Plattenbau kann frühestens im November abgerissen werden. Wenn alles gut geht, kommen die Bauherren Mitte 2020 zum Zug. Der Zeitverzug hängt im Übrigen nicht allein mit den im Gebäude nistenden Vogelarten und den Fledermausspuren zusammen. Wir brauchen für das Genehmigungsverfahren zum Abriss ohnehin mindestens ein halbes Jahr Zeit.

Sehen Sie schon Land, was die Zeitplanung für den Breitbandausbau in der Gemeinde betrifft?

Zurzeit wird das Gemeinschaftsprojekt mit Großolbersdorf, das bis auf Grießbach alle Drebacher Ortsteile einbezieht, überarbeitet. Es wäre anmaßend, einen realistischen Fertigstellungstermin nennen zu wollen. Nach dem neuen Plan soll Glasfaserkabel bis an jedes Haus gezogen werden. Das ist auf der einen Seite zwar schön. Andererseits schmerzt es, in jede Straße reinreißen zu müssen - vor allem in jene, die in den vergangenen zehn Jahren saniert wurden.

Wann wird der Parkplatz am Bahnhof Scharfenstein fertig sein?

Hoffentlich im Sommer. Die Arbeiten sollen in der ersten Märzwoche beginnen. Den Auftrag haben wir im Vorjahr erst relativ spät vergeben. Der Straßenanschluss für die Oberflächenentwässerung ist im Herbst erfolgt. Die kompletten Ausbauarbeiten für den Parkplatz stehen noch aus.

Und wann ist Baustart für die neue Eineinhalbfeld-Mehrzweckhalle im Ortsteil Drebach?

Läuft alles gut, könnte im Spätherbst dieses Jahres der erste Spatenstich erfolgen. Dazu muss aber der Förderbescheid rechtzeitig vorliegen. Erst danach können wir die Planungsleistungen europaweit ausschreiben, bevor die Projektausschreibung folgen kann.

Am 26. Mai wird gewählt. Was erwarten Sie vom neuen Gemeinderat?

Dass er genauso konstruktiv arbeitet wie der alte. Ich bin gespannt, wie viele Bürger sich bereit erklären, in dem Gremium mitzuwirken und Kommunalpolitik zu gestalten. Die Wahlen sehe ich zugleich als eine Art Rückkopplung, wie zufrieden die Einwohner mit unserer Arbeit waren.

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