Bebel-Wohngebiet erhält EU-Hilfen

In den nächsten sechs Jahren könnten reichlich 421.000 Euro in sechs soziale Projekte fließen. Auch einen "Kümmerer" soll es in Zschopau geben.

Zschopau.

Zschopau bekommt für die Entwicklung des August-Bebel-Wohngebietes Mittel aus dem EU-Sozialfonds (ESF). In einem Zeitraum von sechs Jahren sollen reichlich 421.000 Euro in den Stadtteil fließen - bei einer Fördersumme von rund 401.000 Euro.

Das sind zwar knapp 90.000 Euro weniger als beantragt. Für die Verwaltung dürfte sich die Vorarbeit dennoch auszahlen. "Alle von uns eingereichten Maßnahmen wurden als förderungswürdig eingestuft", sagt Bauamtsleiterin Kerstin Buschmann. Trotz Mittelkürzung soll kein Projekt dem Rotstift zum Opfer fallen. Spätestens in diesem Monat will sich die Stadt mit den Trägern verständigen, was machbar ist, und die Förderanträge fertigstellen.


Mit im Boot sitzen der Jugendclubverein High-Point mit den Projekten "Gemeinsam lernen - Hausaufgaben effektiv und pünktlich erledigen" und "Orientierung zur Beschäftigung" sowie das Zentrum Neue Arbeit mit einem Theater- und Musikprojekt. Geld soll die Kommune zudem für einen Stadtteilmanager erhalten - ein Kümmerer, der Projekte im Wohngebiet anschiebt und für die Bewohner als Ansprechpartner erreichbar ist. Wer für diese Stelle die Trägerschaft übernimmt, will die Stadt bei einer Ausschreibung klären. Auch der Imkerverein Zschopau und Umgebung profitiert von der Förderzusage. Vereinsmitglied Hendrik Uhlmann hatte vor knapp eineinhalb Jahren bei einer Einwohnerversammlung vorgeschlagen, eine Arbeitsgemeinschaft für Kinder und Jugendliche ins Leben zu rufen. Zudem schwebte ihm vor, Grünflächen in Blühflächen zu verwandeln.

Geld soll weiterhin in die Bildung eines Netzwerkes zur Nahversorgung im Bebel-Gebiet fließen. Stadtplanerin Andrea Schreyer hatte damals von Bemühungen in Ebersbach-Neugersdorf (Landkreis Görlitz) berichtet, in einem leerstehenden ehemaligen Netto-Markt einen "Begegnungsmarkt" zu etablieren. Die Schwierigkeit sah sie darin, engagierte Händler mit einem entsprechenden Angebot zu finden.

Angesichts des Wegganges von Lidl ist diese Idee bei Bewohnern im Bebel-Gebiet auf offene Ohren gestoßen. Doch sie müssen sich gedulden. Denn das Projekt ist laut Stadt erst ab 2019 geplant.

Die Europäische Union unterstützt mit dem Sozialfonds keine Investitionen - also etwa den Bau von sanierungsbedürftigen Fußwegen -, sondern einzig soziale Projekte. Der Fonds wurde 1957 mit Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ins Leben gerufen. Seitdem verbessert er die Beschäftigungschancen, unterstützt Menschen durch Ausbildung und Qualifizierung und trägt zum Abbau von Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt bei.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...