Bergbauschätze: Die glitzernde Welt der Mineralien

Steine üben nicht nur auf Jens Weißbach eine große Faszination aus. Doch der Amtsberger machte seine Leidenschaft zum Beruf. Nun zeigt er einige seiner Exponate in einer Schau.

Zöblitz/Amtsberg.

Steine üben auf Kinder eine große Faszination aus und laden ein zum Betrachten, Anfühlen, Sammeln, Vergleichen und Fantasieren. Ob am Wegesrand oder Strand - Steine gibt es überall zu entdecken und finden. Aus diesem Interesse entwickelt sich später oft die Leidenschaft für das Sammeln von Mineralien.

Der junge Jens Weißbach aus Amtsberg hatte schon in jüngsten Jahren - an die er sich gar nicht mehr so genau erinnert - eine Vorliebe für Steine: "Alles, was eine schöne Form hatte, was glitzerte, hat mich fasziniert", sagt der heute 51-Jährige, der seine private zu einer beruflichen Leidenschaft gemacht hat. Seit Anfang 2015 ist er Inhaber der Zöblitzer Bergbauagentur. Neben bergbaulichen Exkursionen oder dem Handel von Trachten und Zubehör gehört zu seinen Geschäftsfeldern auch das Sammeln, der Ankauf, das Be- und Aufarbeiten sowie der Vertrieb von Mineralien. "Meine private Sammlung umfasst einige hundert Stücke. Spezialisiert habe ich mich auf erzgebirgische Mineralien, wie etwa Amethyst oder Fluorid", sagt Weißbach, der sich auch der Wetterbeobachtung verschrieben hat und zu diesem Zweck seit Jahren in Amtsberg eine private Wetterstation betreibt.


In einer Ausstellung im Zöblitzer Serpentinsteinmuseum zeigt er nun aber nicht nur erzgebirgische, sondern vor allem Mineralien aus aller Welt. "Die Welt der Mineralien ist sehr vielfältig und kann sehr langweilig sein. Wer als Laie schon mal durch eine mineralogische Schausammlung gelaufen ist, wo in Vitrinen hinter Glas Stück um Stück liegt, der gähnt vielleicht schon in Gedanken daran", sagt Weißbach, der bei der Auswahl der Exponate im Hinterkopf hatte, dass die Besucher seiner Ausstellung staunen statt nur schauen sollen. Dazu beitragen könnte ein aus einem Blitz entstandenes Mineral. "Die enorme Hitze eines Blitzeinschlags in Quarzsand hat diesen schmelzen lassen. Entstanden ist ein Gesteinsglas", erklärt Weißbach zu einem sogenannten Fulgurit aus Libyen. Auch ein Chrysanthemenstein ist zu sehen. "Obwohl es so aussieht, ist das kein Fossil, sondern ein Mineral, das sich sternförmig in Tonschiefer ausgebreitet hat", erläutert der Experte. Wie versteinerte Eistüten sehen zwei bizarre Gebilde aus, die ebenfalls zu den mehr als 60 Exponaten gehören, die in Vitrinen zur Schau gestellt sind.

"Das sind Zapfensande, die meist aus neun Mineralien bestehen und ihren Ursprung im Aufeinandertreffen von Sand und gelöstem Kalk in fließenden Gewässern haben", sagt Weißbach, der selbst immer wieder von der unendlichen Vielfalt der Mineralien fasziniert ist. "Keines ist wie das andere. Vor allem steckt hinter jedem ein Stück Erdgeschichte."

Die Sonderausstellung "Mineralien aus aller Welt - Bergbauschätze aus der Sammlung der Erzgebirgischen Bergbauagentur" wird am heutigen Samstag, 13 Uhr im Serpentinsteinmuseum eröffnet. Bis 10. November ist sie dienstags bis donnerstags von 11 bis 15.30, freitags von 10 bis 12.30 sowie am Wochenende von 13 bis 16 Uhr zu sehen.

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