Betriebsrat kündigt Aktionen bei Voith an

Schließungspläne stoßen bei Belegschaft auf Unverständnis

Zschopau.

Gedrückte Stimmung bei Voith Turbo in Zschopau. "Wut, Enttäuschung Ohnmacht, Unverständnis" - So beschrieb Betriebsratschef Mario Schubert am Freitag die Gefühlslage der Kollegen. Bei einer Zusammenkunft bezog der Betriebsrat Stellung zu den von der Geschäftsführung angekündigten Einschnitten. Die Maßnahmen werden für wirtschaftlich nicht nachvollziehbar und überzogen gehalten, heißt es in einer Erklärung. "Unsere Mitarbeiter sind bereit, für ihren Standort zu kämpfen", sagte Mario Schubert nach der Versammlung.

Der Technologiekonzern Voith mit Stammsitz in Heidenheim hatte am Montag bekanntgegeben, 2020 drei Standorte zu schließen - darunter den 85 Mitarbeiter (über 100 mit Leiharbeitern) zählenden Betriebsteil im MZ-Altwerk. Künftig soll es größere, leistungsstärkere Standorte geben, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, begründete Voith. Die Nachricht habe die Mitarbeiter in Zschopau und Sonthofen wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen. Voith stecke in keiner Krise, es stehe auch kein Abschwung bevor. Jüngst gewonnene Megaaufträge in allen Sparten sowie der soeben verkündete Kauf des Schweizer Unternehmens BTG ließen auf ein stabiles Wachstum schließen, so der Gesamtbetriebsrat.

Die Auslastung des Zschopauer Werkes sei gut, gearbeitet werde in zwei Schichten, an Wochenenden gebe es vereinzelt Sonderschichten, sagte Schubert und kündigte Aktionen mit dem Ziel an, die Arbeitsplätze am Standort zu erhalten. Das Management solle die angekündigten Maßnahmen zurücknehmen und mit dem Betriebsrat darüber verhandeln, wie alle Arbeitsplätze erhalten werden können. Mit der Digitalisierung und Dekarbonisierung (kohlenstofffreie Wirtschaft) stehe Voith vor einem gewaltigen Investitionsbedarf, um auch in 15 Jahren noch Technologieführer zu sein, erklärte ein Firmensprecher auf Nachfrage. Mit der heutigen, kleinteiligen Produktionslandschaft sei der Konzernbereich nicht in der Lage, die nötigen Mittel aus eigener Kraft zu erwirtschaften, um sich auf die historische Transformation in den Industrien einzustellen. Grundlegende Strukturmaßnahmen zur Sicherung des Produktionsstandortes Deutschland und der damit verbundenen Arbeitsplätze seien unumgänglich.

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