Das Finale der Weltserie steigt in Grießbach

Die weltbesten Extrem-Enduro-Fahrer sind schon seit Jahren Stammgäste beim Getzen-Rodeo. Diesmal hat die Rundenhatz im Drebacher Ortsteil einen noch höheren Stellenwert.

Grießbach.

In neun Wochen schaut die Welt auf Grießbach. Am 2. November ist das rund 500 Einwohner zählenden Erzgebirgsdorf Austragungsort des Endlaufes der World Enduro Super Series (Wess). Der "ultimative Enduro-Champ", so Wess-Manager Winfried Kerschhaggl, wird in diesem Jahr beim Getzen-Rodeo gekrönt.

"Damit geht für uns ein Traum in Erfüllung", sagt Falko Haase (43). 2006 Jahren hatte der Grießbacher zusammen mit Matthias Schubert (43) das erste Getzen-Rodeo auf die Beine gestellt - ein kleines, aber feines Extrem-Enduro für gut zwei Dutzend Geländefahrer aus der Region und ein paar Hundert Schaulustige. Zur siebten Auflage im vergangenen Jahr drängten sich über 12.000 Zuschauer in den Getzen-Wald. Den Sieg machen seit 2012 die Stars der internationalen Szene aus.

2019 spielt die Rundenhatz im Drebacher Ortsteil nun in einer Liga mit Enduro-Klassikern wie dem Trèfle Lozérien in Frankreich, dem Erzbergrodeo in Österreich und dem Red Bull Romaniacs in Rumänien, die ebenfalls zur aus insgesamt acht Läufen bestehenden Serie gehören. Organisiert wird die Motorsportveranstaltung nach wie vor vom Getzenrodeo-Verein - nach Feierabend und am Wochenende. "Normalerweise im Zwei-Jahres-Rhythmus. Für das Wess-Finale machen wir eine Ausnahme", so Schubert, der wie die meisten der rund 20 Vereinsmitglieder auch einen Großteil seines Jahresurlaubs für das Rennen opfert. Bedenken, dass sie sich mit der diesjährigen Veranstaltung übernehmen könnten, haben die Erzgebirger nicht. "Wir haben in all den Jahren viele Erfahrungen gesammelt und gezeigt, dass wir es können", sagt Haase. "Das Finale kommt genau zur rechten Zeit."

Den Kopf hätten sie natürlich trotzdem "mächtig voll", gibt der Kfz-Mechaniker zu. Und Schubert, der als Anästhesie-Fachkrankenpfleger in der Chemnitzer Frauenklinik arbeitet, bekomme manchmal "schon richtig Gänsehaut". So werde etwa eine große Schar an Journalisten erwartet. "Nicht nur aus Europa, sondern auch aus den USA und Chile. Für die muss alles vorbereitet sein", so Schubert. Zudem hat sich ein etwa 100-köpfiges Team von Red Bull TV angesagt. Die Österreicher übertragen das Rennen live. Bilder von den insgesamt 18 Kameras, die an den spektakulärsten Streckenabschnitten postiert werden, sollen laut Schubert auch wieder auf einer Videowand im Zielbereich sowie im Festzelt zu sehen sein. Im frei empfangbaren Fernsehen werde später wie von allen Wess-Läufen eine Zusammenfassung auf Servus TV gezeigt.

Bauen können die "Getzen"-Macher auch wieder auf zahlreiche Helfer und Unterstützer. So stelle die Firma Mogatec erneut ihr Betriebsgelände als Fahrerlager zur Verfügung. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und Behörden klappe prima. Aufgrund der größeren Reichweite seien auch neue Sponsoren hinzugekommen.

"Da am 2. November bereits Winterzeit ist, beginnt das zweistündige Hauptrennen schon 10 Uhr", blickt Haase voraus. Das "Champ-Race" für die 20 Besten startet 14 Uhr und geht diesmal über 80 Minuten. Am Freitag, 1. November, stehen Training und Fahrervorstellung auf dem Programm. Am Samstagabend ist Party im Festzelt auf dem Sportplatz.

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