Das vergessene Dorf und die Vertreibung

Der kleine Ort hinter der tschechischen Grenze ist längst von der Landkarte verschwunden. Heimatfreund Günter Marx versucht, die Erinnerung an Böhmisch Reizenhain zu wahren. Nun jährt sich ein düsteres Kapitel.

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16Kommentare
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    Malleo
    vor 17 Minuten

    klapa
    Ich sehe, wir schauen in die gleiche Richtung!
    Geschichte ist spannend.

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    klapa
    vor 19 Minuten

    Ich stimme Ihnen zu, Freigeist, ein von vornherein verbrecherischer Akt. Und ich bin über die unsäglichen, teilweise auch unnützen Opfer der Roten Armee genau so informiert wie Sie, wenn ich u. a. an die Bereinnigung des Offizierskorps durch Stalin denke.

    Ändert aber nichts an der Feststellung, dass es keine 'hehre' Armee gibt.

  • 3
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    klapa
    vor 25 Minuten

    Der Aufstand der polnischen Heimatarmee war militärisch gegen die Wehrmacht, politisch gegen Stalin gerichtet. Warschau sollte von Polen, nicht von der Roten Armee befreit werden.

    Stalin hat sie am ausgestreckten Arm verrecken lassen.

    Entschuldigt bitte diesen derben Ausdruck, aber die Geschichte ist manchmal derb.

  • 3
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    Malleo
    vor 33 Minuten

    klapa
    Stalin hätte mit einem vorgezogenen Angriff die Polen unterstützen können.
    Er tat es nicht.
    Staaten haben keine Freunde, nur Interessen.
    Bei Katyn geht es weiter.....

  • 1
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    Freigeist14
    vor 37 Minuten

    Klapa@ es gab wohl keine Armee der Neuzeit ,die von Anfang an mit dem Bruch des Völkerrechts ab Juli 1941 behandelt wurde .Das OKW zog für die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangene die Konsequenz: "Dadurch hat der bolschewistische Soldat jeden Anspruch auf Behandlung als ehrenhafter Soldat nach dem Genfer Abkommen verloren" Von 5,7 Mill. Kriegsgefangenen starben 3,3 Millionen. Das war kalkuliert ,denn die zielten auf Zerschlagung und Gefangennahme ganzer Armeen. (Quelle: Vernichtungskrieg.Verbrechen der Wehrmacht 1941-1945 Ausstellungskatalog Hamburg 1996)

  • 1
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    klapa
    vor 1 Stunde

    Den Kämpfenden und Gefallenen des Warschauer Aufstandes durfte im Nachkriegs-Polen auf sowjetische Anordnung hin nicht gedacht werden.

    - https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/189358/70-jahre-warschauer-aufstand-01-08-2014

    Freigeist, auch ich musste erst sehr spät lernen, dass sich die Rote Armee im Prinzip mit ihren herausragenden Heldentaten und schlimmen Kriegsverbrechen kaum von anderen Armeen unterschied.

    Das tut ihrem Verdienst um die Befreiung Osteuropas vom Faschismus keinerlei Abbruch, sondern ist nur eine Ergänzung.

    Es gibt keine ‚edle, ritterliche’ Armee im Dienste eines Staates.

  • 3
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    Freigeist14
    vor 2 Stunden

    Malleo@ meine Mutter und ihre Familie waren auch Menschen 2.Klasse in der neuen "Heimat". Solche Wunden , verbunden mit Ausgrenzung , sitzen tief . Fakt ist aber auch ,das die Rote Armee ab Sommer 1945 die noch anwesenden Deutschen in Schlesien vor der 1. Welle der Polen beschützte . Denn die kamen NICHT aus den Gebieten östlich der Curzon-Linie , der neuen Grenze zur UdSSR .

  • 4
    1
    Lesemuffel
    vor 3 Stunden

    Malleo, gut dargestellt und den gewöhnlichen Relativierungsversuchen einiger Zeitgeister die passende Antwort gegeben. Man muss aber auch anerkennen, dass die FP den Mut hat, diese Seite der Geschichte heutzutage zu thematisieren.

  • 6
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    Malleo
    vor 4 Stunden

    Freigeist
    (Notwendige Anmerkung: ich bin „Nachkriegsgeborener")
    Ich hatte nicht vor, über alle Facetten von Flucht und Vertreibung zu schreiben.
    Wenn heute über Flucht gesprochen wird, habe ich andere Zahlen, Bedingungen und vor allem Menschen in meinem Kopf.
    Am Ende von WK II waren allein in Deutschland-je nach Quelle- zwischen 14 bis 16 Millionen Menschen aus Gebieten östlich der Oder-Neiße auf der Flucht, weil es die Weltgemeinschaft gemäß neuer geopolitischer Ordnung so wollte. (Binnenmigration!!)
    Auf diesen Trecks zu Land oder über die Ostsee haben allein von den 2,3 Millionen Ostpreußen über 300000 ihr Leben verloren.
    Insgesamt starben zwischen 1945 und 1950(!) 2,1 Mio. Deutsche bei Flucht und Vertreibung.
    Es waren Kinder, Frauen und alte Männer. Wie sieht es heute bei diesem Thema aus?
    Dieser Vergleich ist weder zynisch noch negiert er aktuelle Tragödien.
    Vielmehr zeigt sich auch 70 Jahre nach WK II, dass man nichts gelernt hat.
    Von jenen, die in der alten Heimat geblieben sind, habe ich einen Satz im Ohr:
    „Ich war und bin hier ein Mensch zweiter Klasse.“
    Als ich vor einigen Jahren in Königsberg am Grabmal von Kant stand, entdeckte ich auf dem Friedhof am Dom auch den Grabstein von J. Rupp, Theologe in Königsberg.
    „Wer nach der Wahrheit, die er kennt, nicht lebt, ist der gefährlichste Feind der Wahrheit selbst.“
    Über diesen Satz kann sich jeder so seine Gedanken machen……,denn sie sind frei!

  • 2
    4
    Freigeist14
    vor 6 Stunden

    Malleo@ verschweigen Sie nicht das Verbot von Flucht und "Umzug" in Ostpreussen durch den NS-Gauleiter . Umso panischer war die Flucht ,als die Kriegswalze vor der Tür stand .

  • 6
    1
    klapa
    vor 20 Stunden

    Sehr stark, Malleo.

    Bei der Reise unserer Familie zu den Kindheitserinnerungen der Eltern in das polnische Gleiwitz konnten wir auch in Erfahrung bringen, dass ingenieurtechnisch gebildte und erfahrene Deutsche ausdrücklich im Lande festgehalten wurden, um zu helfen, die polnische Wirtschaft wieder aufzubauen.

    Das betraf die erwähnten N-Armbimdenträger mit dem Verbot, die deutsche Sprache zu sprechen, was sehr viel später erst aufgehoben wurde.

  • 10
    1
    Malleo
    vor 20 Stunden

    Die deutsche Nachkriegswelt war über Demarkationslinien hinweg geprägt von Schweigen, der Unfähigkeit zu reden oder Verdrängung im Bewusstsein der Täterschaft der Deutschen.
    Dabei gab es aber gleichzeitig die unzähligen Erfahrungen, die ebenso wenig gehört werden wollten, was das Leid deutscher Opfer im Zuge des Bombenkrieges oder die Erlebnisse der Entwurzelten im Zuge der Vertreibung und Umsiedlung von 16 Mio. Deutschen aus den „verlorenen Ostgebieten“ anbelangte.
    Der Versuch einer Relativierung liegt hier nah. Er ist es aber nicht!
    Denn wenn man das Schweigen von Kriegskindern brechen konnte oder in mühsam recherchierten Familienchroniken liest, ist die Anerkennung auch „Opfer“ gewesen zu sein, durchaus zulässig.
    Mit Beginn des großen Exodus, der mit der Offensive der Roten Armee am 12.01.45 einhergeht, spricht man im russischen Tagesbefehl: „dass keine Gnade geübt wird und das Land der Faschisten zur Wüste werden soll“.
    Namen wie „Nemmersdorf“ sind nur ein Synonym für sowjetische Übergriffe und lieferten eine Vorstellung, was die deutsche Bevölkerung noch zu erwarten hatte?
    Werden deshalb aber die unzähligen Verbrechen der Wehrmacht und anderer Verbände in den vormals besetzten Ostgebieten ungeschehen oder relativiert?
    Selbst nach Kriegsende bis ca. 1950 setzte sich der Prozess der ethnischen Neuordnung in den ehemaligen Ostgebieten fort, den ein polnischer Armeebefehl vom 26.06.1945 bildhaft umschreibt mit…“dem Hinauswurf des germanischen Ungeziefers aus polnischen Gebieten.“
    Verbliebene Deutsche mussten zudem Binden mit dem „N“ tragen, Vergleiche mit dem gelben „Judenstern“ lagen aber zu nahe als dass es die polnische Regierung ob der Außenwirkung später untersagte.
    Mit Kenntnis aller(!) Vorgänge in diesem grauenvollen Krieg ist es deshalb wahrlich schwer von DEN Opfern oder DEN Tätern zu sprechen.
    Sind es nicht vielmehr allesamt Verlierer, Verlierer an Menschlichkeit?

  • 6
    1
    Lesemuffel
    vor 23 Stunden

    Die Aufarbeitung der Verbrechen an Deutschen ist nur schwer in der Tschechoslowakei/Tschechien in Gang gekommen. Es würde verdrängt, viele jüngere Tschechen waren erschrocken über das, was damals geschehen ist.

  • 6
    4
    ralf66
    02.08.2020

    @mesiodens, Hass ist auch nicht hilfreich und bringt auch nichts, aber erinnern an die Tatsachen, dass muss erlaubt sein, wenn man nämlich bedenkt, dass Deutsche für verbrecherische Taten in der NS-Zeit bis heute gerichtlich belangt werden, man braucht sich dazu nur einmal den letzten KZ-Prozess ansehen, wo man sich echt noch drüber streiten kann, ob man das überhaupt so machen kann mit dieser Art der Tatbeteiligung an gewissen Geschehnissen und bei den Tschechen geschieht in Punkto Vertreibungsverbrechen nichts, man hat nichts getan, höchstwahrscheinlich sind schon alle Verantwortlichen gestorben, die können gar nicht mehr belangt werden, dass bis heute die Benes-Dekrete, der Plan für dieses Unheil Vertreibung, Mord und Enteignung in Tschechien ihre Gültigkeit besitzen, dass sich an diesen Benes-Dekreten in der EU niemand stört, dass ist unverständlich und eine große Ungerechtigkeit.
    Hände reichen ist gut aber bitteschön nicht einseitig! Wer sich mit den tschechisch-deutschen Beziehungen etwas auskennt der müsste zumindest wissen, dass wir als Deutsche gegenüber den Tschechen besser einige Probleme der Vergangenheit nicht ansprechen um überhaupt in der Zukunft eine gewisse Gesprächsbereitschaft aufrecht zu erhalten und das ist leider einseitig und geht auf Dauer nicht.

  • 33
    1
    mesiodens
    01.08.2020

    Vielen Dank für den interessanten Artikel. Ein Stück Geschichte, dass fassungslos macht, auch weil es tatsächlich kaum bekannt ist. Ich hoffe, dass die traurigen Vorkommnisse aus der Vergangenheit nicht vergessen werden und ein Mahnmal für die heutige und nachfolgende Generationen sind, es zukünftig besser zu machen. Wir tuen gut daran, uns über Ländergrenzen hinweg für Verständigung einzusetzen und Vergangenes gegenseitig zu vergeben. Auch in meiner Familie gibt es Opfer der tschechisch-deutschen Grenzgeschichte. Hass ist hier trotzdem nicht hilfreich, weil nur neues Leid heraufbeschworen wird. Die Hände reichen und das stärken, was uns verbindet, möge uns allen Kraft und Frieden bringen über die Grenzen hinweg.