Ein Spielzeug mit Unterhaltungswert

Kostbarkeiten: Grünhainichen, Borstendorf, Waldkirchen und Börnichen waren einst Hochburgen der Holzspielzeugproduktion. "Freie Presse" geht in einer Serie Erzeugnissen und Produzenten nach. Heute: Kin-derpianos aus Borstendorf.

Borstendorf.

Zum Spielzeug mit Unterhaltungseffekt und Lernfaktor zählt Ralph Geisler die Kinderpianos aus Borstendorf. "Die Erzeugnisse, oft kleine Kunstwerke mit richtigen Manualen, galten als geeignete Instrumente für die Hausmusik."

Beim Kinderklavier erzeugten kleine Hämmer, die auf gestimmte Metallplättchen schlugen, den Klang. Das Sortiment umfasste dabei mehr oder weniger raffinierte, kleine und größere Klaviere. "Es war die Zeit, in der kein Radio oder Fernsehgerät zu jeder beliebigen Stunde für Beschallung sorgte. Alles, was man hören wollte, galt es selbst zu erzeugen. Hausmusik gehörte zu den Familien, also waren die Produkte sehr gefragt", so der Sammler.

Zwei von vielen Herstellern der Region seien Carl Wilhelm Hunger und die Firma Seyfert gewesen. "Erste Pianos werden auf dem Markt ab 1860 angeboten. Aufzeichnungen berichten, dass die Instrumente bis in die 1930er-Jahre Absatz fanden." Eine erhaltene Vertriebsliste von 1900 nennt die Preise: "Die billigsten Pianos kosteten 1,80, das hochwertigste 46 Mark", so Geisler. "Ein Arbeiter verdiente seinerzeit etwa 8 bis 10 Mark in der Woche."

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