Erste Aufträge zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses vergeben

Der erste Spatenstich in Hohndorf soll noch im November erfolgen. Im Planungsbüro ist ebenfalls weiter Eile geboten.

Hohndorf.

Ortswehrleiter Rocco Schreiter und seine Kameraden hoffen auf einen späten, milden und möglichst kurzen Winter. Denn vom Wetter in den nächsten Monaten wird es abhängen, wann beim Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Hohndorf mit dem Hochbau begonnen werden kann. Ziel ist es, dass das neue Depot 2020 eingeweiht wird. Damit hätte dann die lange Leidenszeit der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hohndorf ein Ende. Denn seit dem Brand in einem Möbelhaus an der B 174 in Hohndorf am 24. Juni 2016, bei dem auch das Gerätehaus der Truppe zerstört wurde, müssen die Rettungskräfte mit einem Provisorium leben.

Zur jüngsten Gemeinderatssitzung ist der Auftrag für das erste Los ("Außenanlagen/Erschließung") des Projektes "Neubau Feuerwehrgerätehaus" vergeben worden. "Wir hoffen, dass noch in diesem Jahr mit den Tiefbauarbeiten begonnen werden kann", sagt Großolbersdorfs Bürgermeister Uwe Günther.

Zehn Firmen hätten sich für den Auftrag beworben, der neben den Erdarbeiten auch den Bau der Bodenplatte umfasst. Der Zuschlag ging an die Annaberg-Buchholzer Niederlassung der Chemnitzer Verkehrsbau GmbH. Sie hatte mit rund 350.000 Euro das wirtschaftlichste Angebot unterbreitet. "Wenn das Wetter mitspielt, könnte noch in diesem Monat der erste Spatenstich vollzogen werden", so Bauamtsleiter Thomas Schreiter. "Bei Schnee und Eis wird das natürlich nichts." Dass aber noch in diesem Jahr die ersten Bagger auf dem 2800 Quadratmeter großen Areal neben dem Haus der Begegnung an der Alten Marienberger Straße stehen werden, da ist sich Schreiter sicher.

Eile ist weiterhin auch im Ingenieurbüro Gerlach in Drebach geboten, das die Planung übernommen hat. Anfang Dezember müssen die Ausschreibungen aller anderen Leistungen für den rund 1,1 Millionen Euro teuren Neubau stehen, so Schreiter. Bis zum 10. Dezember fordere das Landratsamt den Nachweis aller belastbaren Kosten, sagt Gottfried Gerlach. Als Fördermittelgeber benötige der Kreis konkrete Zahlen, eine Übersicht aller Leistungen und Preise, so der Planer. Für den Bau des Depots in dem Großolbersdorfer Ortsteil erhält die Gemeinde eine 90-prozentige Sonderförderung.

Auf diese Spritze musste die Wehr lange warten. "Doch ohne Sonderfinanzierung wäre ein Neubau nicht möglich gewesen", sagt Bürgermeister Günther - trotz Regelförderung durch den Kreis in Höhe von 360.000 Euro und der Versicherungssumme (150.000 Euro) für das abgebrannte Depot. Deshalb hatte Großolbersdorf Anfang 2018 eine Sonderfinanzierung beantragt. Denn in dringenden Fällen kann in Abstimmung mit dem Staatsministerium ein Neubau auch zu 90 Prozent vom Kreis gefördert werden. Im Juni 2019, drei Jahre nach dem Brand, wurde der erhöhten Zuwendung zugestimmt.

"Eine schwere Zeit für die Hohndorfer Feuerwehr. Deshalb danke ich allen Kameraden, dass sie weiter zur Stange halten und ihre Aufgaben trotzdem erfüllen", sagt der Bürgermeister. Denn seit dem Verlust ihres Gerätehauses im Juni 2016 müssen die Rettungskräfte mit einem Provisorium leben. Die Übergangslösung wurde zum Dauerzustand: Das Löschfahrzeug steht in einer ehemaligen Werkstatt. Auf engstem Raum ist dort auch die Ausrüstung der 27 Männer und drei Frauen starken Truppe untergebracht. Umkleideräume, Toiletten und Waschgelegenheiten fehlen. Der Mannschaftstransportwagen steht ein paar Hundert Meter weiter in einer anderen Garage. Für Wehrleiter Schreiter sind das untragbare Zustände. Einige Kameraden hätten sogar mit einem Austritt aus der Wehr gedroht: "Sie fühlten sich verarscht."

Über die Vergabe aller weiteren Aufträge für den Neubau wie Hochbau, Elektro-, Heizungs- oder Sanitärarbeiten werde in den ersten Gemeinderatssitzungen des kommenden Jahres abgestimmt, blickt Bürgermeister Günther voraus. Damit es im Frühjahr, wenn die Bodenplatte liegt, auf der Baustelle zügig weitergehen könne. Ein später, milder und möglichst kurzer Winter käme da ganz gelegen.

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