Familie freut sich auf ihr neues Leben

Dank vieler Spenden der "Freie Presse"-Leser kann ein neuer Kleintransporter angeschafft werden. Er muss noch umgebaut werden, soll aber bald vor der Tür stehen. Die beiden schwerbehinderten Pockauer sind schon jetzt sehr dankbar.

Pockau-Lengefeld.

Als feststand, dass das Geld für einen neuen Kleintransporter und sogar für die nötigen Umbauten ausreicht, brach in der Pockau-Lengefelder Wohnung der Jubel los. "Das war einer der schönsten Tage meines Lebens. Wir freuen uns riesig und sind dankbar für all die Spenden", sagt Angela Seigert, die seit vielen Jahren wegen ihrer schweren Behinderung im Rollstuhl sitzen muss. Rund 68.000 Euro gaben die Leser der "Freien Presse". Der Verein "Leser helfen" hatte die Aktion ins Leben gerufen.

So wie seine Mutter sitzt auch Marian Seigert im Rollstuhl. Während Angela Seigert an Multipler Sklerose leidet und nur noch ihren Kopf etwas bewegen kann, haben sich bei ihm aufgrund von Muskeldystrophie Muskeln teils zurückgebildet. Herbert Seigert musste bislang seine Frau und seinen Sohn auf die Sitze des in die Jahre gekommenen Familienautos heben. Wegen seines Alters kommt der 53-Jährige zunehmend an seine Grenzen.

Schon bald soll mit der kräftezehrenden Prozedur Schluss sein. Der bereits bestellte Transporter soll behindertengerecht umgebaut werden. Eine Fachfirma aus dem Erzgebirge wird das erledigen. Sie besitzt langjährige Erfahrung. So sind Veränderungen am Boden des Innenraums nötig. Halterungen für Gurte müssen eingebaut werden. Mit den Gurten können später die beiden Rollstühle gesichert werden, wenn die Familie etwa zur Physiotherapie fährt. Damit die Rollstühle direkt in den Transporter geschoben werden können, ist eine Rampe nötig. Sie soll mobil sein, sodass sie sich ohne viel Mühe im Fahrzeug verstauen lässt.

"Für die Familie ist das eine große Entlastung", betont Gunter Schröter, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft Lengefeld-Pockau. Er hatte dafür geworben, auf das Spendenkonto des Vereins "Leser helfen" Geld zu überweisen. Schröter sprach Unternehmer an, viele sagten spontan zu. Auch er selbst spendete Geld - so wie Kollegen und Bekannte. "Dass am Ende eine solch hohe Summe steht, ist ein toller Erfolg." Ganz ähnlich sah es bei Zenner Ventilatoren Olbernhau aus, dem Arbeitgeber von Herbert Seigert. Sein Chef und seine Kollegen gaben ebenfalls Geld. So kamen 2270 Euro zum Spendenstand hinzu, der zum damaligen Zeitpunkt ohnehin schon kräftig angewachsen war.

Wann der Transporter vor die Tür fährt, steht noch nicht genau fest. Einen Ausflug haben die Seigerts schon fest eingeplant. Sie wollen gern einen Onkel besuchen. "Er lebt in Leipzig und ist schon 87 Jahre alt", sagt Marian Seigert, der sich sehr auf den Besuch freut. Aber auch Ausflüge in die Umgebung seien bald leichter möglich. So wünscht sich Angela Seigert, mal wieder unter Menschen zu sein und ein Konzert zu besuchen. "Ich hätte nie gedacht, dass all das möglich ist", sagt Marian Seigert. Und seine Mutter betont nochmals, dass sich die Familie von Herzen bedankt.

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