Freibad zieht Venusberger seit fünf Jahrzehnten in seinen Bann

Als die Schwimmbecken in Venusberg 1969 gebaut wurden, gehörte Roland Musch zu den ersten, die ins Wasser sprangen. Auch beim anstehenden Jubiläum ist er vor Ort - in wichtiger Funktion.

Venusberg.

Drei Tage lang wird ab Freitagabend das 50-jährige Bestehen des Venusberger Freibades gefeiert. Neben Disko, Beachvolleyball, Livemusik und Lasershow stehen dabei am Samstag auch ein Wettrutschen und ein Arschbomben-Wettbewerb auf dem Programm. Für Roland Musch bedeutet das, ganz genau hinzuschauen. Als Bademeister trägt der 63-Jährige zusammen mit Gunter Seifert viel Verantwortung. "Aber wir können froh sein, dass es bei uns fast nichts zu tun gibt, was die Disziplin der Badegäste angeht", sagt der Venusberger. Gut möglich also, dass er beim Jubiläum nicht nur als Aufpasser fungieren muss, sondern auch genügend Zeit findet, in Erinnerungen zu schwelgen. Schließlich ist das Venusberger Freibad für Roland Musch viel mehr als nur ein Arbeitsplatz.

"Die Nationale Volksarmee, der Schmied, der Bäcker - alle haben damals mit angepackt", erinnert sich Musch an die späten 1960er-Jahre. Auch sein Vater gehörte zu den ortsansässigen Bürgern, die unbedingt ein Freibad wollten und dafür viel Freizeit opferten. Auf mehr als 1000 NAW-Stunden habe es Musch senior damals gebracht. Das Nationale Aufbauwerk (NAW) war damals eine Masseninitiative zur freiwilligen, gemeinnützigen und unentgeltlichen Arbeit. Als zwölfjähriger Junge hatte Roland Musch damit wenig am Hut. Trotzdem war er stolz, als 1969 die Anlage endlich eröffnet werden konnte: "Ab da sind wir quasi jeden Tag baden gegangen."


Zwar hatte der heute 63-Jährige wenig Anteil an der Entstehung der ursprünglichen Anlage. Dafür trug er zu dem attraktiven Bild bei, das sich heute den Badegästen in Venusberg bietet. 1991 führte der beruflicher Werdegang Roland Musch zurück an den schönsten Ort seiner Kindheit. Dort, wo er selbst einst geplanscht hatte, wachte er nun über die Sicherheit anderer. Doch nicht nur als Bademeister war der Venusberger gefordert, sondern auch als Bauexperte. Denn von 1999 bis 2002 wurden die Anlage saniert. "In das alte große viereckige Becken hinein setzten wir die neuen Becken aus glasfaserverstärktem Kunststoff", erklärt er. So wurden der Nichtschwimmer- und der Schwimmbereich besser getrennt, zudem entstanden die einen und drei Meter hohen Sprunganlagen.

Selbst als Roland Musch ab 2006 dem Bauhof zugeteilt wurde und die Wasseraufsicht sieben Jahre lang an die Silber-Therme überging, blieb das Freibad nach eigenen Angaben sein "Baby". "Im Frühjahr haben wir die Becken vorbereitet und im Herbst dann winterfest gemacht", berichtet der 63-Jährige, der nach Feierabend natürlich auch immer gern schwimmen ging. Dafür wird ihm am Wochenende allerdings wohl die Muße fehlen, denn der inzwischen wieder verantwortliche Bademeister muss darauf achten, dass beim Jubiläum alles seinen ordnungsgemäßen Verlauf nimmt.

, 20 Uhr: Disko mit Engel B, Samstag, 10 Uhr: Beachvolleyball-Turnier, Kinderfest mit Wettrutschen und Arschbombenspringen, 14 Uhr: Auftritt Heidelbachtalmusikanten, 20 Uhr: Tanz mit Yellow Times, 22 Uhr: Lasershow, Sonntag, 13 Uhr: Auftritt Rivertown Dixies und Standup-Paddling, 14.30 Uhr: Modenschau mit Vetos Civitas.

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