Freude am Camping wird in Oberneuschönberg greifbar

Das Klappfix-Treffen findet jedes Jahr an einem anderen Ort statt. Nun ging es zurück zu den Wurzeln des Faltcaravans. Die Organisatoren hatten allen Grund zur Freude.

Oberneuschönberg.

Aus ganz Deutschland sind am Pfingstwochenende Freunde des etwas rustikaleren Urlaubs nach Oberneuschönberg gereist und haben dort eine Wiese in einen Campingplatz verwandelt. Mitorganisator Rico Spiegelhauer zählte reichlich 50 Faltcaravans, die zu DDR-Zeiten zum Großteil im Olbernhauer VEB Fahrzeugwerk hergestellt wurden und unter dem Namen Klappfix in die Camping-Geschichte eingingen.

"Es kamen weit mehr, als wir uns erhofft haben. Die Stimmung war grandios, es wurde in Erinnerungen geschwelgt und gefachsimpelt", sagte Rico Spiegelhauer voller Begeisterung. Die Klappfix-Treffen finden jedes Jahr und immer an einem anderen Ort statt - das letzte in Olbernhau liegt fünf Jahre zurück. Schon 2014 hielt Spiegelhauer die Fäden für das Treffen mit in der Hand. Seitdem habe sich die Teilnehmerzahl verdoppelt, freute er sich.


Mit von der Partie war Daniel Remus. Er reiste mit einer Gruppe Gleichgesinnter aus Rostock an, die acht Hänger verschiedener Baujahre dabei hatte. "Wir nennen uns Freunde des ostdeutschen Wohnzeltanhängers", sagte der 43-Jährige. Zum Klappfix fand er über seine Leidenschaft für Ifa-Fahrzeuge. "Seit 25 Jahren fahren wir zu Autotreffen. Irgendwo muss man da ja auch nächtigen. Aufs Zelt hatte ich irgendwann keine Lust mehr und Wohnwagen sind für den Trabi zu schwer", erzählte Daniel Remus, der heute acht Wohnzeltanhänger sein Eigen nennt. "Wir sind Puristen. Denn wir fahren zu den Treffen mit zeitgenössischen Gespannen. Das Zugfahrzeug muss also zum Anhänger passen. Ein Westauto geht gar nicht", so Remus. Bei der in das Treffen eingebetteten Zusammenkunft ehemaliger Fahrzeugwerker referierte er über die Erzeugnisse. Jeweils reichlich 50 Teilnehmer füllten bei zwei Vorträgen den Saal.


Mit Scheunenfund angereist

Toni Wünsch (29) aus Chemnitz: Ich bin mit dem ältesten Klappfix hier. Der ist 64 Jahre alt und 1955 in Ballenstedt hergestellt worden - also weit vor der Camptourist-Zeit. Den Hänger habe ich vor zwei Jahren zufällig im Internet entdeckt und aus dem Osterzgebirge geholt. Obwohl er zum Campen geht, steht er hier im Originalzustand als Anschauungsobjekt. Ich habe vor, ihn zu restaurieren, weil er wirklich ein Scheunenfund war. Ich schlafe in einem "Klappfix 64", der 1966 in Olbernhau gebaut wurde. In den Urlaub fahre ich damit aber nicht, lediglich zu Treffen wie diesem. (faso)Foto: Kristian Hahn


Neues Modell mitgebracht

Maximilian Volklandt (19) aus Würzburg: Ich bin mit einem neuen Klappfix da. Seit Herbst 2018 ist dieser von einer niederländischen Firma hergestellte Wohnzeltanhänger, der dem Klappfix im Prinzip gleicht, nach mehr als 20 Jahren unter dem Namen "Alpenkreuzer Parade" wieder auf dem deutschen Markt erhältlich. Das Interesse unter den Teilnehmern des Treffens ist groß, und viele finden das Modell gut. Über ein paar Details, wie etwa die Höhe der Schlafplätze, gibt es aber zum Teil unterschiedliche Auffassungen. Die im Original-Klappfix sind tiefer, dafür gibt es hier mehr Stauraum. (faso)Foto: Kristian Hahn


670 Kilometer auf Tour

Ralf Gundermann (47): Wir hatten mit unserem Alpenkreuzer Alure, der ja ein CT-7 ist und den wir erst vor einem halben Jahr gekauft haben, vermutlich die weiteste Anreise. Von unserem Wohnort an der niederländischen Grenze sind es rund 670 Kilometer bis nach Olbernhau. Dieser Camptourist ist unser viertes Gefährt. Zu Pfingsten fahren wir immer zu einem Treffen. Jährlich machen wir zudem mehrere Reisen: Ostern geht's zum Beispiel immer nach Nordfrankreich. Die weitesten Touren haben uns bis nach Norwegen, Kroatien oder auch Ungarn geführt. (faso)

Foto: Kristian Hahn

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