Gedenkstein wird morgen eingeweiht

In Witzschdorf erinnert jetzt eine Tafel auch an die Vermissten des Zweiten Weltkrieges. Spenden haben das ermöglicht.

Witzschdorf.

Es hat einen längeren Anlauf gebraucht, doch nun ist es soweit: Morgen wird in Witzschdorf ein Gedenkstein eingeweiht, der an die Gefallenen und Vermissten des Ortes im Zweiten Weltkrieg erinnert. "Der Gedanke, dieses Ehrenmal zu errichten, spukte schon eine ganze Weile in den Köpfen herum", berichtet Mitinitiator Jürgen Mauersberger. Bereits seit 1948 befindet sich eine Gedenktafel dieser Art in der örtlichen Kirche. "Vermerkt sind darauf die Namen von 50 Gefallenen, die Vermissten konnten zum damaligen Zeitpunkt noch nicht genau ermittelt werden", sagt Robin Richter, der sich seit einiger Zeit mit der Geschichte des Ortes befasst.

Während der ehemalige Ortschronist Helmut Butter anlässlich der 600-Jahr-Feier Witzschdorfs im Jahr 1999 an einer Ortschronik arbeitete, stellte er erstmals Nachforschungen zu den Vermissten an. Der Gemeinde unterbreitete er den Vorschlag, der Kriegsopfer in Form einer Ehrentafel zu gedenken. Die Sache geriet allerdings in Vergessenheit.


Nachdem Butter diesen Gedanken Anfang 2016 erneut anbrachte und die Namen der Vermissten in Zusammenarbeit mit der AG Heimatstube vervollständigt worden waren, wurde das Projekt beim Kulturstammtisch vorgestellt. "Anfangs herrschte bei uns eher verhaltene Zustimmung. Das lag sicherlich auch daran, dass eine Realisierung nur mit Spendengeldern möglich ist", erinnert sich Jürgen Mauersberger. Tipps zur Umsetzung des Vorhabens erhielten die Witzschdorfer Initiatoren auch von Friedlinde Pogan, die in Dittmannsdorf bereits vor einigen Jahren mit weiteren Mitstreitern einen solchen Gedenkstein geschaffen hatte.

Nach mehreren Aufrufen kamen letztlich mehr als 1000 Euro Spendengelder zusammen, das Projekt konnte Gestalt annehmen. Im Venusberger Steinbruch wurden Mauersberger und Richter fündig, ließen einen rund zwei Meter großen und 1,5 Tonnen schweren Stein nach Witzschdorf transportieren. Örtliche Handwerker halfen bei der Aufstellung. Die Idee, den Gedenkstein auf dem Platz vor dem Friedhof zu errichten, kam von Bürgermeister Nico Wollnitzke. "Ich erachte die Errichtung dieser Gedenkstätte für wichtig und notwendig. Es sind Bürger dieser Gemeinde, die aus dem Krieg nicht heimkehrten. Und was noch tragischer ist: Es sind in erster Linie Familienangehörige, die bei den Hinterbliebenen große Lücken und Trauer hinterlassen haben", so das Gornauer Gemeindeoberhaupt.

Der Gedenkstein wird morgen, 14 Uhr im Park aem Witzschdorfer Friedhof eingeweiht.

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