Handy rückt in den Fokus

Schon seit fünf Jahren gibt es an der Zschopauer Nexö-Oberschule Vorträge über Suchtprävention. Aufgrund aktueller Trends wurde diesmal auf eine neue Gefahr eingegangen.

Zschopau.

Viele Anregungen zum Nachdenken haben kurz vor den Osterferien die Achtklässler der Zschopauer Nexö-Oberschule erhalten. Wie schon in den vier Jahren zuvor widmeten sie sich an Projekttagen dem Thema Suchtprävention. "Das ist im Lehrplan verankert", erklärt Biologie-Lehrerin Evelyn Plaschke, die diesmal einen neuen Aspekt in die Reihe von Vorträgen integrierte. So ging es nicht nur um Rauchen, Alkohol, Drogen und Ernährung, sondern auch um die Rolle und die Auswirkungen moderner Medien.

"Soziale Netzwerke standen letztes Jahr schon auf dem Programm. Neu kam die Handynutzung hinzu", sagt die Lehrerin, die damit auf die aktuelle Entwicklung einging: "Wenn Jugendliche ihr Handy lieber haben als andere Dinge, dann muss es auch darum gehen." An der Nexö-Schule herrscht zwar Handy-Verbot, doch sobald der Unterricht vorüber ist, geht bei vielen nichts mehr ohne das Mobiltelefon. "Für viele ist es mehr ein Spaß, sie sehen darin keine Gefahren." Doch genau auf die wurde nun aufmerksam gemacht - und zwar in Person von Sebastian Steger. Der Medienpädagoge aus Chemnitz zeigte auf, welche Auswirkungen die Technik haben kann.

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Beispiel Cybermobbing: Mit diesem brisanten Problem, dem Opfer durch Handys und soziale Netzwerke rund um die Uhr ausgesetzt sein können, gingen einige Schülerinnen erstaunlich offen um. "Es gab Zeiten, als ich großen Mist gebaut habe. Dadurch gab es viele schlechte Kommentare über mich", berichtete eine Achtklässlerin. Nach dem Einschreiten ihrer Eltern habe es aber ein gutes Ende gegeben. Laut Sebastian Steger war dieser Schritt der richtige Weg. Ihm zufolge sind aber auch Mitschüler gefragt, sobald sie etwas mitbekommen: "Sofortiges und offensives Handeln ist wichtig, damit die Opfer nicht allein sind."

Spiele, die mit Handys möglich sind, nahmen im Workshop ebenfalls eine wichtige Rolle ein. Dass der Medienpädagoge hinterher beim Feedback der Schüler zumeist gute Noten erhielt, dürfte mit diesem Thema zu tun gehabt haben. Auf jeden Fall war es etwas, dass die Jugend interessierte. Allerdings war der eine oder andere womöglich sogar etwas stolz darauf, wie viel Geld er für solche Zwecke verzockt. Ein Schüler gab an, bis zu 1000 Euro im Jahr für Online-Spiele auszugeben. Anderen sollte dies als Warnung dienen, dass auch in dieser Hinsicht Suchtgefahr besteht. "Es wichtig, noch andere Hobbys zu haben und sich selbst kontrollieren zu können", betonte Steger, der den Schülern noch mehr Kontrolle ans Herz legte: "Regeln für euren Klassenchat machen wirklich Sinn." Ob diesem Rat gefolgt wird, weiß er nicht. "Aber gut ist schon mal, dass das Projekt zum Nachdenken anregt."

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